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Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern mit ihm und als seine Vorboten auch die himmlischen Heerscharen. Das war schon im aller ersten Jahr so: Als Josef erfuhr, dass seine ach so jungfräuliche Verlobte schwanger war, fasste er den Entschluss zu tun, was wohl die meisten Männer tun würden: die Verlobung auflösen. Da Josef Maria laut Matthäusevangelium nicht bloßstellen wollte, „überlegte er die Verlobung stillschweigend aufzulösen“ (Matthäus 1, 19). Doch ehe es dazu kommen konnte, erschien Josef ein Engel und erklärte ihm, dass Maria ihr ungeborenes Kind vom Heiligen Geist empfangen habe und jenes Kind somit der prophezeite Sohn Gottes und einer Jungfrau sei. Deshalb solle Josef nicht zögern, Maria zu heiraten.

Gleich zu Beginn des Neuen Testaments tritt also ein Engel als Bote (das griechische Wort „angelos“ bedeutet genau das) Gottes und himmlischer Beziehungsberater in Erscheinung. Später, als sich Maria und Josef schon in Bethlehem aufhalten, erscheint Josef erneut ein Engel und befiehlt ihm, er solle mit Maria und dem Kind nach Ägypten fliehen, weil König Herodes dem kleinen Jesus nach dem Leben trachte. Erst nach Herodes' Tod wird Josef dann zur Rückkehr aufgefordert.

Der Evangelist Lukas geht noch weit mehr ins Detail, während Markus und Johannes die Geschichte von Jesu Geburt übrigens gänzlich auslassen. Laut Lukas ist es kein geringerer als der Erzengel Gabriel, der schon dem greisen Priester Zacharias im Tempel verkündet, seine alte und zudem unfruchtbare Frau Elisabeth werde einen Sohn gebären: den Propheten Johannes. Zacharias reagiert mit Unglauben und so straft Gabriel ihn bis zur Geburt seines Sohnes mit Stummheit. Als Elisabeth bereits im sechsten Monat schwanger ist, erscheint Gabriel auch Maria, kündigt ihr die Geburt ihres Sohnes an und verweist dabei, um Marias Zweifel auszuräumen, auf die Schwangerschaft von Marias Verwandter Elisabeth.

Im zweiten Kapitel des Lukasevangeliums wird dann sogar von einer ganzen Engelschar berichtet, die den Hirten auf den Feldern Bethlehems die frohe Botschaft von der Geburt des Heilands offenbart.

In der klassischen Weihnachtsgeschichte treten die Engel also in ihrer ursprünglichen Funktion als Überbringer der Nachrichten Gottes an die Menschen in Erscheinung. Sie sind die Herolde eines Gottes, der zu allgewaltig ist, um selbst mit den Menschen in Kontakt zu treten. Obgleich Gabriel gegenüber Zacharias eine gewisse Strenge zeigt, erlebt man die Weihnachtsengel dem frohen Anlass angemessen als wohlwollend und gutmütig. Man kann sich kaum vorstellen, warum sonst oft von himmlischen Heerscharen die Rede ist oder weshalb die gütigen Lichtgestalten es stets für nötig erachten, ihrem Gegenüber zunächst zu versichern, er solle sich nicht fürchten. Allerdings hätten sich wohl weder Matthäus noch Lukas träumen lassen, dass wir mit Engeln heute mehrheitlich liebliche Gesellen mit Flügeln und Heiligenschein assoziieren und kaum einer noch daran denkt, wie der Heilige Erzengel Michael als grimmiger Kriegsherr den Satan aus dem Himmel stieß.

Nein, das Image der Engel könnte kaum besser sein. Manch einer mag behaupten, dass es sogar besser ist als das ihres Chefs. Wir assoziieren sie mit Güte, Unschuld und tadellosem Verhalten.

Obgleich man Engel das ganze Jahr über in allen Größen, Formen und Farben als Schmuck, Figuren, Bilder und Postkartenmotive antrifft, haben sie gerade an Weihnachten Hochsaison. Gemeinhin sind Weihnachtsengel im Vergleich zu ihren nicht saisonal gebundenen Kollegen noch ein bisschen lieblicher, verspielter, manch einer mag auch abfällig behaupten „kitschiger“, obwohl Kitsch völlig zu Unrecht derart negativ konnotiert ist. Ist es doch oft gerade diese kleine Prise Kitsch, die Weihnachten dieses wohlige, heimelige Gefühl verleiht.

Weihnachtsengel im engeren Sinne haben im Gegensatz zu ihren biblischen Vorbildern stets Flügel und stammen für gewöhnlich nicht mehr aus dem Himmel, sondern aus Holzmanufakturen in Seiffen oder Grünhainichen im Erzgebirge. Von da aus werden sie dann in alle Welt entsendet. Auch zu Ihnen könnte ja bald der ein oder andere auf dem Weg sein. Leider hat man im Erzgebirge wohl versäumt ihnen das Fliegen beizubringen, weshalb sie auf alternative Transportmittel angewiesen sind.

Als das Christuskind zur Welt kam, mussten seine Eltern Maria und Josef in einem Stall in dem Ort Bethlehem übernachten und legten ihren Sohn Jesus in eine Futterkrippe. Ganz in der Nähe hielten sich einige Hirten mit ihren Schafen auf. Plötzlich erschien den Hirten ein helles Licht: Ein Engel stand vor ihnen und berichtete von dem Erlöser, der in dieser Nacht zur Welt gekommen war. Gottes Sohn, Jesus Christus, wird die Menschen mit Gott versöhnen und ihnen Frieden bringen. Daraufhin erschienen viele weitere Engel, die Gott mit großer Freude lobten. Die Hirten eilten nach Bethlehem und fanden alles genau so vor, wie es ihnen der Engel vorausgesagt hatte. Somit überbrachte der Weihnachtsengel die Weihnachtsbotschaft, wie sie in der Bibel in den Evangelien nachzulesen ist.

Gute Nachrichten

Der Begriff "Engel" bedeutet "Bote Gottes". Er wird von Gott gesandt und vermittelt übernatürlich eine Nachricht oder ein Eingreifen Gottes. In der Bibel lesen wir viel von Engeln, besonders häufig kommen sie in der Weihnachtsgeschichte vor. Das Erlebnis der Hirten ist nur eine dieser Begebenheiten. Dabei erhalten wir keine Informationen über das genaue Aussehen, manchmal nehmen sie die Erscheinung von Menschen an. Ihre übernatürliche Herkunft wurde jedoch schnell erkannt, wenn sie sich den Menschen zeigten. Diesem wurde schnell bewusst, dass Gott sich durch seine Gesandten eine Nachricht überbrachte oder bestimmte Ereignisse geschehen ließ. Verfielen die Menschen am Anfang noch in Angst und Schrecken, wurden Sie durch diese Begegnung ermutigt und verloren ihre Angst.

Wie sehen Engel aus?

Die darstellenden Künste haben sie je nach Epoche unterschiedlich aussehen lassen. Häufig haben die Künstler sie mit Flügeln versehen. In den ersten Jahrhunderten wurden sie als junge Männer mit einem Heiligenschein dargestellt, die uns Menschen ähnlich sahen. Später wurden sie als kleine kindliche Pummelchen mit kurzen Flügeln abgebildet. In heutiger Zeit werden sie als normale Personen gezeigt, die kaum von uns Menschen zu unterscheiden sind. In der Bibel finden wir nur schemenhaft Hinweise wie Flügel oder Heiligenschein. Letzteres ist wohl der Begegnung mit den Hirten aus der Weihnachtsgeschichte zu entnehmen, als sie von dem hellen Licht umgeben wurden.

Der Star unter den Engeln

Aufgrund der besonderen Bedeutung von Engeln im Zusammenhang mit Weihnachten gehören sie zur Adventszeit und dem Weihnachtsfest einfach dazu. Daher ist der Weihnachtsengel so populär geworden und im Zusammenhang mit der lichtvollen Erscheinung auch zum Lichtengel geworden, der Licht ins Dunkel bringen soll. Zusammen mit der Krippe, in der das Jesuskind liegt, werden die Engel aufgestellt und die anderen Figuren aus der Weihnachtsgeschichte dürfen natürlich nicht fehlen. Seit dem 18. Jahrhundert gibt es diese Weihnachtskrippen in Deutschland. Besonders sind sie in Gebirgsgegenden wie dem Erzgebirge verbreitet. Auf diese Weise gelangte der Weihnachtsengel als wichtiger Teil der Weihnachtsbräuche in den Kurort Seiffen, der besonders von der Holzkunst geprägt ist.

Von Bethlehem nach Seiffen ins Erzgebirge

Wie werden die Weihnachtsengel im Erzgebirge künstlerisch dargestellt? Die kleinen Kunstgegenstände aus Holz halten Kerzen in der Hand und bringen helle Behaglichkeit in die dunkle winterliche Umgebung. Im Kurort Seiffen werden die Weihnachtsengel sowie auch Bergmänner hergestellt. In der Bibel lesen wir zwar nichts vom Bergmann oder dem Bergwerk, aber in der Tradition des Erzgebirges spielt er eine große Rolle. Der Bergmann äußerte verständlicherweise aus seinem Arbeitsalltag heraus die Sehnsucht nach Licht und Wärme und ist somit zum festen Bestandteil der Kunstwerke aus Seiffen geworden.


Die meisten Menschen haben heute eine sehr klare Vorstellung davon wie ein Engel auszusehen hat: eine anmutige Lichtgestalt mit Flügeln. Mit Weihnachten verbindet man vor allem den Erzengel Gabriel, der zuerst Zacharias, dann Josef und zu guter Letzt Maria die Geburt ihrer jeweiligen Söhne, Johannes bzw. Jesus, ankündigte, und jene Boten, die den Hirten von Bethlehem die Botschaft von Jesu Geburt überbrachten.

Der Ursprung des Wortes „Engel“ und ihr Aussehen

Aber was genau zeichnet einen Engel nach biblischer Vorstellung überhaupt aus? Das hebräische Wort „mal'ach“, was „Bote“ bedeutet, wird in der griechischen Bibel noch konsequenterweise mit „angelos“ übersetzt, wovon sich das deutsche Wort „Engel“ ableitet. Zunächst einmal sind sie also Boten Gottes und äußerst vielfältig: Seraphim, Cherubim, Ophanim, Erzengel, Zebaoth oder Heerscharen, Grigori oder Wächterengel, Schutzengel. Sie können mächtige Krieger sein wie Michael oder wohlwollende Beschützer wie Raphael. Nur eines sind sie in der Bibel (Seraphim und Cherubim ausgenommen) nicht: geflügelt. Nein, die biblischen Engel haben keine Flügel und dennoch sind die Flügel neben dem Heiligenschein doch genau das, woran wir sie als solche erkennen. Vermutlich wurde die Darstellung der Engel in der Kunst von einem anderen göttlichen Boten, Hermes (römisch: Mercurius), und der Siegesgöttin Nike (römisch: Victoria) inspiriert. Die Flügel verleihen den Kriegern und Boten Gottes etwas Erhabenes und lassen es plausibler erscheinen, dass sie in Windeseile zwischen Himmelreich und Erde hin- und herreisen können, ganz gleich ob sie Josef, Maria, Zacharias oder den Hirten so erschienen sein mögen.

Zeitgenössische Engel

Heute tummeln sich Weihnachtsengel alljährlich in allen Formen und Farben auf Grußkarten, Weihnachtspyramiden, Schwibbögen, Kränzen, Christbäumen und Bildern. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass sie die traditionellere Alternative zum mittlerweile als eher weltlich geltenden Weihnachtsmann bilden. Die Darstellungen geben dabei im Grunde einen Querschnitt durch die letzten 600 Jahre Kunstgeschichte wieder. Mal werden die himmlischen Boten im realitätsnahen Stil der Renaissance dargestellt, aus den Stilepochen von Manierismus über Rokoko und Barock bis hin zu Romantik entweder als erhabene, grazile Lichtgestalten in wallenden Gewändern oder als verträumt, verspielte Putten, dann wieder ganz modern als kindliche Comic-Figuren oder als minimalistische Schemen.

Die vermutlich populärste und zugleich traditionsreichste Form der Weihnachtsengel, die man von Pyramiden, Schwibbögen oder auch als einzelne Dekorationsobjekte kennt, sind wohl die kleinen, rundlichen Holzfigürchen aus dem Erzgebirge wie sie vor allem in Seiffen noch heute von Hand gefertigt und in alle Welt verkauft werden. Die Seiffener Weihnachtsengel musizieren, backen, tragen Geschenke herbei, halten Kerzen oder liegen gar auf der faulen Haut. Die Weihnachtsengel aus dem Erzgebirge reichen von wenige Zentimeter großen Figürchen bis hin zu lebensgroßen Skulpturen. Die meisten der mit weißen, goldenen, roten oder blauen Flügeln ausgestatten Figuren folgen eher dem Kindchenschema, aber auch schlankere Holzengel kommen aus den Manufakturen des Erzgebirges. Ferner werden sie auch als Schwebeengel zum Schmücken des Christbaums angeboten.
Als Weihnachtsbaumschmuck finden die Boten Gottes sonst vor allem als Alternative zum Stern als Christbaumspitze Verwendung. Auch aus Weihnachtskrippen sind die himmlischen Heerscharen nicht mehr wegzudenken – je nach Stil der Krippe als detaillierte Schnitzarbeiten oder schlichtgehaltene Skulpturen. Auf Gruß- und Geschenkkarten lassen sie heutzutage die Erhabenheit ihrer biblischen Vorbilder wohl am meisten missen. Nicht selten albern sie dann als geflügelte Comicfiguren zwischen Wolken herum. Doch auch traditionelle und zugleich schlichte Darstellungen kommen wieder in Mode. In gewisser Weise schließt sich hier der Kreis aber auch wieder, wenn die Engel zu ihrer ursprünglichen Aufgabe zurückkehren und Nachrichten übermitteln.


Die erzgebirgische Volkskunst bringt bis heute zahlreiche kunstvolle Holzspielzeuge und Dekorationen hervor – von Räuchermännchen und Nussknackern bis hin zu Spieluhren und Reifentieren. Die ersten Weihnachtsengel aus Holz wurden hier vermutlich Anfang des 20. Jahrhunderts gefertigt und werden bis zum heutigen Tag hier immer noch von Hand hergestellt.

Damit sind die Engel allerdings die Neulinge im Sortiment der Erzgebirgischen Volkskunst, deren Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Damals waren Holzschnitzereien eine beliebte Freizeitbeschäftigung der Bergleute, von denen im Erzgebirge, wegen der namensgebenden reichen Erzvorkommen, viele lebten. Als eben diese Bodenschätze im 16. Jahrhundert erschöpft waren, wurde aus dem einstigen Hobby ein eigener Wirtschaftszweig. Denn Holz war die einzige Ressource, an der es nach wie vor nicht mangelte.

Bis ins 19. Jahrhundert waren zahlreiche Spielzeugmanufakturen entstanden. Darunter auch der Betrieb von Albert Wendt, der ab 1884 Lehrer an der Staatlichen Spielwaren- und Gewerbeschule in Grünhainichen war. Wendts Tochter Margarete hatte wegen ihres Vaters schon früh die grundlegenden Techniken der Holzverarbeitung gelernt. 1906 lernte Margarete Wendt an einer Dresdener Privatschule Margarete Kühn kennen, mit der sie 1907 als eine der ersten Frauen ihr Studium an der Königlich Sächsischen Kunstgewerbeschule begann. Noch während des Studiums erhielt Wendt den Auftrag, eine Weihnachtskrippe für die Deutschen Werkstätten Hellerau zu entwerfen. 1915 gründeten Margarete Wendt und Margarete Kühn dann die Firma Wendt & Kühn, die bis heute die wohl beliebtesten Weihnachtsengel fertigt. 1937 wurde Wendts Engelberg mit Madonna bei der Weltausstellung in Paris mit einer Goldmedaille und dem Grand Prix ausgezeichnet. Es handelte sich hierbei um ein ganzes Orchester von Weihnachtsengeln, das um die Heilige Jungfrau Maria, die Königin der Engel, herum auf einem mehrstufigen Podium, dem Engelberg, arrangiert war. Wendt & Kühn fertigt bis heute verschiedengroße Engelberge und eine Vielzahl musizierender Engel an. Inspiriert wurde Wendt zu ihrem Originalensemble vermutlich von dem Engelschor, der den Hirten auf den Feldern von Bethlehem erschien und „Gloria in excelsis Deo“ sang.

Die Auszeichnung bei der Weltausstellung bedeutete zwar den internationalen Durchbruch für Wendt & Kühn und die Holzengel aus dem Erzgebirge, doch brachte der Zweite Weltkrieg das Geschäft mit den Engeln, obgleich sie zu jener Zeit dringender denn je gebraucht worden wären, fast zum Erliegen. Die Branche erholte sich in der DDR rasch. Allerdings wurden alle Engel exportiert, denn in der Heimat durften sie angeblich nur als „Jahresendflügelfigur“ verkauft werden. Weil die Stalinisten Karl Marx auch bezüglich seiner Ablehnung von Religion als ein Instrument der Machtausübung äußerst eigenwillig interpretiert hatten, versuchten sie, religiöse Feste und Bräuche aus dem gesellschaftlichen Leben zu verdrängen, statt an den Machtverhältnissen selbst etwas zu ändern. Aber die Menschen in der DDR ließen sich ihre christlichen Feste nicht nehmen, ganz gleich wie die Staatsdoktrin lauten mochte. 

Nach der Wende konnte Weihnachten dann wieder ganz offen gefeiert werden und die meisten Hersteller Erzgebirgischer Volkskunst überstanden die Umstellung zur Marktwirtschaft.

 

Gedichte über Weihnachtsengel sind hierzulande sehr beliebt, dies erklärt sich aus vielen Gründen heraus: Einmal ist Deutschland eine christlich geprägte Nation, in der die Geschichte von Weihnachten von jeher die Menschen begeistert, gerührt, inspiriert und getröstet hat. Die Engel, die laut Lukas-Evangelium den Hirten die frohe Botschaft verkünden, sind zu allen Zeiten als Motiv in Malerei, Kirchen, Liedern etc. verarbeitet worden – und eben auch in Gedichten.

Zum anderen sind Engel in Deutschland wie in anderen europäischen Ländern ebenfalls schon immer ein dankbar aufgegriffenes Motiv in der Kunst wie auch in Volksgebräuchen gewesen: Engel geben den Schutz- und Ratsuchenden Trost, ein persönlicher Schutzengel begleitet die Seele ein Leben lang – und die Weihnachtsengel stehen für das Licht in dunkler Nacht: Wenn es am kältesten und dunkelsten ist, erscheinen sie und „verkündige(n) (uns) große Freude“ (Lukas-Evangelium).

An einem Ort wie der Spielzeugstadt Seiffen im Erzgebirge, wo eine lange Tradition der Herstellung von Weihnachtsengeln gepflegt wird, kann der Engelsfreund neben den schönen, aus Holz gearbeiteten Figuren, auch Bücher und Gedichte zum Thema finden: Viele deutsche Dichter und Künstler haben ihre Gedanken zu Engeln und zur Weihnacht in Form schöner Gedichte zu Papier gebracht.

Wahrscheinlich ist die Sehnsucht der Menschen nach himmlischen Geistwesen auch heute noch damit erklärbar, dass es dem Menschen Trost spendet, zu wissen (oder zu glauben), dass er nicht allein auf dieser Welt ist. So finden sich auch Vorstellungen und Geschichten von Engeln in allen großen monotheistischen Religionen: Im Judentum genauso wie im Islam und im Christentum. Allerdings sind nur im Christentum die Weihnachtsengel als Boten Gottes zur Geburt Christi dargestellt. Während sie sonst oft als Warner, als Strafende (die Vertreibung aus dem Paradies) oder als kommendes Unheil Verkündende auftauchen, ist ihre Rolle an Weihnachten die von reinen Trostspendern.

Die Geburt des Heilands ist die große Freude, die allem Volke wiederfahren soll. Von dieser Sehnsucht nach dem Tröster und Freund haben sich wie gesagt über Jahrhunderte hinweg Menschen anregen und inspirieren lassen. Und so haben sie auch ihrer Freude über die Weihnachtsengel in vielen, herzerfüllenden Gedichten Ausdruck verliehen.

Wie viele heute eher unter erwachsenen Sammlern beliebte figürliche Darstellungen fiktionaler, religiöser oder realer Personen und Wesen begannen auch die Weihnachtsengel als Spielwaren. Ursprünglich stammen sie aus dem Erzgebirge, wo auch bis heute die meisten Weihnachtsengel und andere Holzfiguren gefertigt werden. Nicht ohne Grund wird die Region um Seiffen und Grünhainichen auch Spielzeugwinkel genannt.

Was heute stolze Tradition ist, begann als ein aus der Not geborener Wirtschaftszweig. Landwirtschaftlich war die Region des Erzgebirges nie sonderlich ertragreich. Die Arbeit im Bergwerk zum Abbau der Erzvorkommen war anstrengend und gefährlich und dennoch ab dem 12. Jahrhundert die Existenzgrundlage für die meisten Familien der Region. Da wundert es nicht, dass man versuchte, das Leben untertage künstlerisch in Form von Schnitzereien aufzuarbeiten. Als die Erzvorkommen erschöpft waren, begannen sich ganze Familien auf die Herstellung von Holzfiguren zu spezialisieren. Das bedeutete leider auch, dass die gesamte Familie von früh bis spät mit oftmals mangelhaftem Werkzeug an den Schnitzereien arbeitete. Kinderarbeit von bis zu 12 Stunden am Tag bildete die Regel.

Zum Glück hat sich das mittlerweile geändert. Wer möchte schon Schwibbögen, Nussknacker oder Weihnachtsengel, die von Kindern in der düsteren Ecke einer spärlichen Behausung geschnitzt wurden? Da fühlt man sich nicht mehr weihnachtlich und besinnlich, sondern deprimiert. Die Menschen im Erzgebirge sind heute so stolz auf ihre Holzfiguren, dass sie ihnen ganze Museen errichten. Eine Gruppe aus Nussknacker, Reiterlein und Pfefferkuchenfrau gilt sogar als Wahrzeichen der Stadt Olbernhau, Sitz der Kunstgewerblichen Drechslerei Ellmann. Also, Entwarnung für alle Engel-Fans: Ihr könnt guten Gewissens ganze Engelkapellen fürs heimische Wohnzimmer ordern und euch an ihnen erfreuen.

Den meisten Engeln kann man ihre Herkunft sogar ansehen. Ellmann in Obernhau fertigt Engel in Natur oder lackiert mit weißem Gewand, grünen Flügeln und einer Krone oder Nikolausmütze – diese haben eine Größe von 6,5 oder 22 Zentimetern. Die "Originale" von Wendt & Kühn aus Grünhainichen sind diesen ähnlich, aber etwas schlichter – sie tragen mit Ausnahme der Magaritenengel, die einen Blumenkranz auf dem Kopf haben, keine Kopfbedeckung und ihre Flügel sind nicht geschwungen. Kommen die Engel gar nicht aus dem Erzgebirge, sondern aus Rothenburg ob der Tauber, also dem Hause Käthe Wohlfahrt, sind die Weihnachtsengel ein wenig schlanker und detaillierter. Viele von ihnen haben einen kleinen Stern, denn schon die Bibel setzt Engel oftmals mit Sternen gleich, oder eine ihrer jeweiligen Arbeit entsprechende Kopfbedeckung auf dem Kopf. 

Anders als Weihnachtsengel finden Lichterengel das ganze Jahr über Verwendung, wenngleich sie zu Weihnachten viel häufiger anzutreffen sind – oftmals mit einem Lichterbergmann an ihrer Seite. Lichter- und Weihnachtsengel sind also nicht dasselbe, haben aber eine gewisse Schnittmenge.

Ursprünglich fanden Lichterengel und auch Lichterbergmänner als Liturgische Leuchter in Kirchen des Erzgebirges Verwendung. Die allerersten Leuchter in Engelsgestalt entstanden zwar im 16. Jahrhundert für die Kirche St. Lorenz in Nürnberg und somit – man mag es kaum glauben – nicht im Erzgebirge, verbreiteten sich aber nicht weiter. Die ersten wirklichen Lichterengel waren Schwebeengel und entsprachen noch mehr der biblischen Darstellung: Jünglinge in Tuniken ohne Flügel. Im ausgehenden Mittelalter nahmen die Engel dann deutlich femininere Züge an und die Tunika wich einem Kleid. Flügel und Haarbänder kamen ebenfalls hinzu.

Erst mit der Entwicklung des Drechselns und der Stearin- und Paraffinkerzen Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Lichterengel auch in größerer Stückzahl und für den Privatgebrauch produziert. Der Rumpf der Figuren, also die Rohform des Kopfes, des Torsos und meist auch der Beine, wurde aus Holz gedrechselt. Der Körper wurde anschließend geschnitzt und Arme, Flügel und in einigen Fällen auch die Beine wurden hinzugefügt. Häufig waren die Arme, die bei den meisten Skulpturen später je eine Kerze halten sollten, aus Salzteig. Diese nun meist stehenden Engel trugen für gewöhnlich eine Krone auf dem Kopf und waren in ein weites Kleid gewandt, was im krassen Gegensatz zu den Darstellungen ein Jahrhundert zuvor steht. Denn diese hatten betont schmale Taillen gehabt.

Je nach Herkunftsort unterscheiden sich die Lichterengel in bestimmten Details, wie Anzahl der Lichter oder Gestaltung der Krone. Besonders bekannt ist der „Seiffener Engel, welcher mit seiner roten Schürze die Hausfrau symbolisieren soll. Eine Sonderform der Lichterengel bilden die sogenannten Bein- oder Baa-Engel, deren Gewänder nicht bis zum Boden reichen, sodass die Füße sichtbar sind, die entweder ähnlich wie die Arme nachträglich an den gedrechselten Körper angebracht oder aus dem unteren Teil des Rumpfes geschnitzt werden. 

Mittlerweile gibt es Lichterengel nicht nur als Kerzenleuchter, sondern auch mit zwei kerzenähnlichen, elektrischen Lichtern. Gleiches gilt auch für Lichterbergmänner. Die Größen der Leuchter gehen von wenigen Zentimetern bis hin zu lebensgroßen Skulpturen. Aus Teig geformte Arme bilden heute allerdings eher die Ausnahme. Die meisten Lichterengel, die dieser Tage zum Kauf angeboten werden, bestehen vollständig aus Holz – mit Ausnahme der elektrischen, denn diese enthalten selbstverständlich auch Metall, Glas und Kunststoff.



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