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Musikdose
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Die Magie der Spieldosen - eine lange Geschichte

Ähnlich der Taschenuhren aus dem frühen 16. Jahrhundert wurden die ersten Spieluhren konstruiert. Die Uhrengehäuse, kleine Meisterwerke der Uhrmacher- und Goldschmiedekunst, gehörten zu den Statussymbolen der Adligen.

Der Genfer Uhrmacher Antoine Favre-Salamon erfand 1796 die „klingende Stahlzunge“, brachte sie in eine Taschenuhr ein, und schuf damit die erste musizierende Spieluhr, die mechanisch eine Tonfolge erzeugen konnte. Die Töne entstanden durch Schwingungen eines Stahlkamms in Berührung mit einer Metallstiftwalze, die als Tonträger diente.
Das Spielwerk befand sich in einem kleinen Zinngehäuse.

Später wurde die Mechanik von geringer Größe auch in Siegelringe und Schnupftabakdosen und in kleine Gebrauchsgegenstände eingebracht. Walzenspieldosen, wie man sie heute noch kennt, wurden etwa ab 1820 produziert. Die Tonzungen wurden jetzt nicht mehr einzeln oder in Segmenten produziert, sondern konnten als Kamm in einem Stück gefertigt werden.

Die feinen Kammzinken (Tonzungen) unterschiedlicher Länge berühren die in bestimmten Abständen aufgebrachten Erhebungen auf dem Metallzylinder der Walze, die mit einer kleinen Handkurbel oder über einen Federantrieb in Gang gesetzt wird. Die Schwingungen der unterschiedlichen Metallzungen erzeugen die Klänge und folgen der Melodie auf der Walze in erstaunlicher Präzision. Bis zu 6 Melodien konnten auf diese Weise abgespielt werden.

Fortschritt macht Spieldose komfortabel

Etwa ab 1850 wurden die Walzen austauschbar und das Musikrepertoire konnte erweitert werden; allerdings immer nur für ein bestimmtes Modell. Eine Besonderheit war das Pianomodell, das mehrstimmig musizierte und bis zu 20 Stücke spielen konnte.

1886/1887 erfand der Leipziger Paul Lohmann die Plattenspieldose. Sie war einfacher und kostengünstiger zu produzieren. Mit einem speziellen Verfahren wurden Löcher entsprechend der Melodien radial in eine Metallplatte gestanzt, die auf einer Seite als Haken ausgebildet waren. Sie bringen den waagerecht liegenden Tonkamm mit Hilfe eines Zahnrades zum Klingen.

Ein wesentlicher Vorteil war die Austauschbarkeit der Platten, von denen eine allein bis zu 20 Melodien spielen kann. Damit wurde die Bevorratung für ein abwechslungsreiches Musikprogramm möglich.

Holzschnitzkunst vom Feinsten kommt aus dem Erzgebirge

Die modernen kleinen Spieluhren sind in außergewöhnlicher Vielfalt auf dem Markt. Liebhaber dieser faszinierenden Klangkörper existieren weltweit. Umfangreiche Sammlungen bringen in der Schweiz, in den Niederlanden und in Deutschland die Betrachter zum Staunen.

Die kleinen Kunstwerke mit den zarten Klängen befinden sich heute in diversen Behältnissen aus Holzarten, Metall, Kunststoff oder Glas und Kristall. Auf dem Deckel aufgebracht sind Bilder, Inschriften oder bewegliche Figürchen, die sich zur Musik drehen. Die tanzende Ballerina ist wohl die bekannteste von ihnen.

Das erzgebirgische Seiffen ist eine Hochburg der weihnachtlichen Spielzeuge, die dort über das ganze Jahr Saison haben und weltweit begehrt sind. Spieldosen mit Weihnachtsmelodien und edel geschnitztem Engel haben eine besondere Ausstrahlung. „Riesenexemplare“ gibt es auf traditionellen Weihnachtsmärkten.
Berühmt und vielfach kopiert wurden die Weihnachtspyramiden mit unzähligen winzigen Details.

Meisterwerke der Holzschnitzkunst stellen ganze Miniaturlandschaften dar. Einzigartig sind die feinen Kreationen aus naturbelassenen Hölzern. Auch das bunte Riesenrad, das Karussell und kleine Szenen mit bewegten Figürchen ziehen die Menschen in ihren Bann und sogar Schneekugeln werden mit einem Spielwerk geliefert.

Kleine technische Wunderwerke trösten Babys mit unvergesslicher Melodie

Spieluhren sind oft die ersten Begleiter von Babys und Kleinkindern. Aufmerksam lauschen sie der Tonfolge, wenn aus dem kuscheligen Teddy oder einem Betthäschen sanfte Musik und beruhigende Schlafliedchen erklingen oder lustige Figuren sich zu fröhlichen Kinderliedern bewegen.

An der Decke oder einer Lampe befestigt, drehen sich Mobiles beispielsweise mit Schmetterlingen, zwitschernden Vögeln, dem Sandmännchen oder einem Schutz-Engel. Die praktische Handhabung der Spieluhr erfolgt meistens über einen kurzen Seilzug oder durch Knopfdruck, womit die Kleinen schon bald ihr Liedchen selbständig starten können.

Die unendliche Geschichte der mechanisch funktionierenden Musikinstrumente wird weiterleben und kleine sowie große Leute zu allen möglichen Anlässen, wie Geburtstag, Hochzeit oder an Festtagen mit ihren feinen Klängen erfreuen und zum Träumen bringen.

Mit der Erfindung der Spieldose erfüllte sich der Menschheitstraum von einem mechanisch betriebenen Instrument, das selbstständig eine Tonfolge abspielt. Die erste Spieldose wurde um 1800 von dem Uhrmachermeister Antoine Favre in Genf erfunden und trat dann ihren Siegeszug um die Welt an. Das filigrane Musikinstrument wurde von vielen Tüftlern weiterentwickelt und perfektioniert. Dabei haben sich zwei Arten von Spieldosen etabliert, die auf unterschiedlichen mechanischen Systemen basieren: Die Walzen- und die Lochplatten-Spieldosen.

Walzen-Spieldose

Bei der Walzen-Spieldose wird die Abfolge der Töne durch einen so genannten Tonkamm erzeugt. Der Kamm wird aus Bronze oder Stahl gefertigt, wobei die einzelnen Zinken, die sogenannten „Tonzungen“, aus dem Metall gefräst werden. Die Zungen haben unterschiedliche Längen, die den Ton und die Tonlage erzeugen. Je länger die Zunge, desto tiefer ist die Tonlage. Durch die Abstufung und die Anordnung kann jede Ton-Zunge auf den gewünschten Ton abgestimmt werden.

Die Tonfolge wird erzeugt, indem die Tonzungen in Schwingung versetzt werden. Dies geschieht über einen Zylinder, der mit Stahlstiften besetzt ist. Sobald sich die Tonwalze zu drehen beginnt, werden die Zungen mit den Stiften angerissen und zum Schwingen gebracht.

Die Walze wurde anfangs durch Handbetrieb mittels einer Kurbel angetrieben, bis sie von einem Federwerk abgelöst wurde. Das Federwerk wird, ähnlich wie bei antiken Taschenuhren, mit einem Schlüssel aufgezogen oder mit einem Hebel, dem „Ratschenaufzug“. Nachteil der Walzen-Spieldose ist das kleine Repertoire an Melodien, denn es können nur ca. sechs Musikstücke abgespielt werden.

Lochplatten-Spieldose

Die Lochplatten-Spieldose ist eine Weiterentwicklung der Walzen-Spieldose und wurde von Paul Lochmann im Jahr 1886 in Leipzig erfunden. Lochmann übernahm das Prinzip des Stimmenkamms, wobei dieser nicht mehr von einer Walze in Schwingung versetzt wurde, sondern von einer gelochten Platte. In die Stahlplatte werden kleine Haken gestanzt, die ein zahnartiges Rad antreiben. Die unterschiedlichen Töne werden dabei durch die Anordnung auf der Platte definiert. Beim Antreiben des gezahntes Rades werden die Ton-Zungen leicht angerissen, wodurch die einzelnen Töne erzeugen werden. Die Platte wird dabei durch einen Uhrwerksmechanismus angetrieben und in eine Drehbewegung versetzt.

Die Platten-Spieldose hat gegenüber der Walzentechnik mehrere Vorteile. Aufgrund des Stanzverfahrens können die Platten leichter und kostengünstiger hergestellt werden. Diese Spieldosen-Variante wird, ähnlich wie bei den ersten Grammophonen, von einem kräftigen Federwerk angetrieben, das mit einer Kurbel aufgezogen wird. Darüber hinaus können die Platten leicht ausgetauscht werden. So konnte sich der Musikliebhaber vor der Erfindung des Plattenspielers bereits eine „Plattensammlung“ zulegen. Die Platten-Spieldose wird daher auch als der „Plattenspieler des Kaiserreichs“ bezeichnet.

Zeitlose Handwerkskunst

Die mechanischen Klangkörper waren die Instrumente ihrer Zeit und spiegeln die Technik und das Handwerk der Epoche wider. Dennoch erfreuen sich Spieldosen nach wie vor großer Beliebtheit. Während die ersten Spieldosen in einfachen Holzkästchen in unterschiedlicher Größe untergebracht waren, haben Handwerksmeister bereits früh begonnen, aus den Spieldosen filigrane Musikinstrumente zu zaubern. Insbesondere im Erzgebirge, das für seine Handwerkskunst bekannt ist, wurde die Spieldose in die Volkskunst übernommen und ist Teil der traditionellen weihnachtlichen Dekoration wie die Flügelpyramide, das Räuchermännchen oder der Schwibbogen. Neben der liebevollen Gestaltung zeichnen sich die Objekte durch mechanisch einwandfreie Perfektion und durch ihren unverwechselbaren Klang aus. Im „Spielzeugwinkel“ um die Stadt Seiffen hat sich das traditionelle Handwerk bewahrt. Spieldose und Spieluhr werden in phantasievolle Motive gekleidet, wie zum Beispiel Märchenfiguren oder Milieubildern aus dem Dorfleben. Besonders beliebt sind weihnachtliche Szenen wie Winterlandschaften, Engel, Krippen oder die Seiffener Kirche.

Die Spieldose ist ein mechanisches Musikinstrument, das selbsttätig ein Liedchen spielt. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Spieluhr. Denn Spieluhren sind mechanische Zeitmesser, die als Zusatzfunktion eine Tonfolge spielen. Besonders zur Weihnachtszeit sind die Melodien der Spieldosen beliebt, da sie Erinnerungen an vergangene Zeiten wachrufen. Im Wesentlichen setzen sich Spieldosen aus den folgenden Baugruppen zusammen.

Tonkamm

Der Tonkamm wird aus einem Stahlblech gefertigt und erzeugt die einzelnen Töne durch unterschiedlich lange Stahlzungen. Er erinnert an einen Kamm mit verschieden langen Zinken, die aufgereiht sind wie Orgelpfeifen. Je länger solch eine Stahlzunge ist, desto tiefer ist ihr Ton. Die Stahlzungen werden mechanisch angezupft. Damit die Zungen für die Basstöne nicht zu lang sind, werden ihre Schwingungen durch angelötete Bleigewichte verlangsamt.

Stiftwalze

Bei der Walzen-Spieldose zupft die Stiftwalze die Stahlzungen mit ihren Stiften an. Die Walze ist ein Messingrohr, das sich um die Längsachse dreht. In diesen Zylinder sind die Stifte in Bohrungen eingepresst. Um die Stifte gegen Herausfallen zu sichern, können die Walzen mit einer zementartigen Masse ausgefüllt sein. Dies verleiht den Spieldosen gleichzeitig einen volleren Klang. Manche Walzen sind austauschbar, sodass unterschiedliche Melodien gespielt werden können. Eine Walze kann mehrere Melodien spielen, wenn die jeweiligen Stiftreihen nebeneinander angeordnet sind. Durch Längsverschiebung der Walze wird dann eine andere Melodie gewählt. Benötigt eine Melodie mehrere Walzenumdrehungen, sind die Stifte schraubenförmig versetzt, und die Walze wird beim Abspielen durch ein Schraubgewinde stetig längs verschoben.

Lochplatte

Bei der Lochplatten-Spieldose werden die Stahlzungen mit Hilfe einer runden Lochplatte angezupft, in die hakenartige Erhebungen gestanzt sind. Alle Haken mit dem gleichen Abstand zum Plattenmittelpunkt sind dabei für denselben Ton zuständig. Wenn sich die Platte dreht, treiben die Haken Zahnräder an, die die Stahlzungen des Tonkammes anzupfen. Manche Lochplatten lassen sich austauschen, sodass unterschiedliche Melodien gespielt werden können. Lochplatten lassen sich wesentlich einfacher und billiger herstellen als Stiftwalzen.

Dämpfer

Wenn in einer Melodie zwei gleiche Töne zu schnell aufeinanderfolgen, wird beim zweiten Ton die noch schwingende Stahlzunge angezupft. Das kann ein kratzendes Geräusch erzeugen. Daher wird die Schwingung durch den Dämpfer schneller zum Abklingen gebracht. Das kann ein federnder Draht sein oder ein Kunststoffstreifen, der mit der Stahlzunge verbunden ist. Betroffen sind hauptsächlich tiefe Töne, da deren Stahlzungen länger schwingen.

Gehäuse

Das Gehäuse beeinflusst als Resonanzkörper den Klang der Spieldose wie bei Saiteninstrumenten entscheidend.

Antrieb

Die Spieldose wird üblicherweise per Handkurbel oder Federwerk angetrieben. Das Federwerk wird mithilfe eines Schlüssels, einer Ratsche oder eines Aufzugfadens aufgezogen.

Hemmung

Damit sich die aufgezogene Feder des Federwerkantriebs nur langsam entspannt, wird sie durch eine sogenannte Hemmung gebremst. Bei Walzen-Spielwerken wird dies meist durch den Windfang erreicht, der den Luftwiderstand sich schnell drehender Flügel ausnutzt. Bei aufwendigeren Konstruktionen wird die Abspielgeschwindigkeit zusätzlich durch Verdrehung der Flügel oder einen Fliehkraftregler geregelt.

Traditionell werden sie zu Weihnachten aufgestellt: Spieldosen. Und nicht nur am heiligen Fest haben sie ihren festen Platz, sondern auch in vielen Sammlungen und Museen findet man die oft äußerst liebevoll gestalteten Gehäuse mit meist sehr beeindruckendem Musikwerk im Inneren. Doch warum ist das so? Die klassische Spieldose gilt tatsächlich als ein Musikinstrument. Anders als eine Spieluhr, bei der es sich um eine mechanische Uhr handelt, die eine Melodie spielen kann, beinhaltet die erstgenannte ein sehr feines Musikwerk. Man unterscheidet zwei Typen von Spieldosen: Zum einen die mit Walzen betriebenen, zum anderen jene, die mittels Lochplatten betrieben werden.

Woher stammt die Spieldose und wer hat sie erfunden?

Erfunden wurde die erste mit Walzen betriebene Spieldose von dem Genfer Antoine Favre-Salomon kurz vor dem Ende des 18. Jahrhunderts. Spieldosen, wie wir sie heute noch lieben und kennen, wurden seit Beginn des 19. Jahrhunderts produziert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte Paul Lochmann, einer der Brüder der berühmten Gebrüder Lochmann-Werke in Leipzig, die erste mit Platten betriebene Spieldose. Da somit die manuelle Austauschbarkeit der Melodie möglich wurde, traten diese Geräte sehr schnell in Konkurrenz mit den mit Walzen betriebenen Dosen.

Heute erfreuen sich insbesondere Fabrikate, die im Erzgebirge produziert wurden, national und international großer Beliebtheit. Deren hochwertige und variantenreiche Gestaltung, ebenso wie die extrem feine Mechanik und verbunden mit einem unverwechselbaren Klang überzeugen und faszinieren viele Menschen. Gerade zu Weihnachten erscheint eine derartige kleine Kostbarkeit das ideale Geschenk zu sein, das aber auch im Verlauf des restlichen Jahres immer als Souvenir an den Schenkenden erinnert.

Begehrtes Sammlerobjekt

Das Faszinosum Spieldose erfreut das Herz eines jeden Sammlers, der sich auf künstlerische Sammlerobjekte mit romantischem Ambiente spezialisiert hat. Ob teuer in der Anschaffung oder zufällig durch einen Nachlass erhalten, der Sammler unterscheidet danach nicht in der Begehrlichkeit. Sowohl große, mannshohe Spieldosen, wie sie beispielsweise in Norddeutschland und den Niederlanden noch gern auf Rummelplätzen aufgestellt werden, als auch feine, kleine Gehäuse mit aufwendigen Intarsien und Konstruktionen, die eine hohe Kunstfertigkeit im handwerklichen Bereich erfordern sind reizvolle Objekte zum Sammeln. Auch die mögliche Katalogisierung nach Epoche, Erbauer und Produktionsort (z. B. Schweiz oder Erzgebirge) sind weitere Anreize.

Warum sind Spieldosen bis heute so reizvoll?

Verkaufsplattformen des Internets, Antiquitätenhändler oder Kleinanzeigen in den Zeitungen; überall finden sich Angebote für mit Platten oder Walzen betriebenen Spieldosen aus verschiedenen Epochen. Sie werden als stilvolles und originelles Dekostück, als etwas ganz Besonderes und auch als ein Gruß aus vergangener Zeit verstanden.

Das wichtigste Element einer Spieldose ist der Tonkamm. Denn dieser erzeugt mit seinen Stahlzinken, den Ton-Zungen, die einzelnen Töne. Die Ton-Zungen haben unterschiedliche Längen und sind von kurz nach lang abgestuft, ähnlich wie Orgelpfeifen. Durch ihre Länge ist jede Ton-Zunge auf einen bestimmten Ton abgestimmt. Anders als die Spieluhr dient die Spieldose allein der Musik, die wegen ihres nostalgischen Anklangs besonders zu Weihnachten beliebt ist. Spieluhren sind dagegen auch Zeitmesser.

Erzeugung der Melodie

Damit die Ton-Zungen klingen, müssen sie schwingen. Dazu werden sie mechanisch angezupft. Das erledigt eine Tonwalze oder eine Lochplatte. Die Tonwalze ist ein sich drehender Zylinder aus Metall. Mit seinen Stahlstiften zupft er die Tonzungen an. Dagegen ist die runde Lochplatte mit hakenartigen Erhebungen versehen. Wenn sie sich dreht, treibt sie mit ihre Haken Zahnräder an, die die Tonzungen anzupfen. Der Klang wird schließlich durch das Gehäuse entscheidend verbessert, da es als Resonanzkörper wie bei einem Saiteninstrument wirkt.

Eine Melodie wird durch die richtige Anordnung der Stifte oder Haken erzeugt. Bei gegebener Drehgeschwindigkeit zupfen sie dann im richtigen Takt die gewünschten Töne an. Wenn ein Ton zweimal kurz hintereinander angezupft wird, schwingt die Tonzunge noch, wenn sie das zweite Mal angezupft wird. Das erzeugt einen unschön kratzenden Klang. Um dies zu verhindern, werden solche Tonzungen gedämpft, sodass sie schneller abklingen, oder es werden mehrere Tonzungen für denselben Ton verwendet.

Antrieb

Üblicherweise wird die Spieldose mit einer Handkurbel angetrieben oder wie eine mechanische Uhr von einem Federwerk. Aufwendige Spieldosen werden auch mit mehreren Federwerken ausgestattet. Damit sich die gespannte Feder nur langsam entspannt, wird sie wie bei einer Uhr durch eine sogenannte Hemmung abgebremst. Dies kann beispielsweise ein Windfang sein, der den Luftwiderstand von sich schnell drehenden Flügeln nutzt. Bei aufwendigen Mechaniken wird die Abspielgeschwindigkeit durch weitere Methoden konstant gehalten, etwa indem die Flügel ihre Anstellwinkel verändern oder durch einen Fliehkraftregler.

Mehrere oder längere Melodien

Wenn eine Spieldose mehrere Melodienfolgen spielen soll, ist ihre Walze oder Lochplatte austauschbar. Bei manchen Mechaniken ist dies automatisiert, indem mehrere Walzen ähnlich dem Patronenlager eines Revolvers angeordnet sind. Wenn die Melodie einer Walze abgespielt wurde, wird automatisch die nächste in die Abspielposition gedreht. Es lassen sich aber auch mit einer einzigen Walze mehrere melodische Abfolgen spielen, wenn die Mechanik dafür ausgelegt ist. In diesem Fall sind die Stiftreihen der verschiedenen Melodienfolgen nebeneinander angeordnet. Eine der Tonfolgen lässt sich auswählen, indem die Walze längs verschoben wird. Wenn eine Melodie mehrere Walzenumdrehungen benötigt, werden die Stifte schraubenförmig versetzt angeordnet. Beim Abspielen wird die Walze dann durch ein Schraubgewinde gleichmäßig längs verschoben.

Zusätzliche Klangeffekte

Besondere Klangeffekte lassen sich erzeugen, wenn die Spieldose zwei Tonkämme nutzt: Einen lauten und einen leisen. Dies wird durch dickere und dünnere Tonzungen erreicht. Damit lässt sich wie bei einem Klavier die Lautstärke des Tons an die Melodie anpassen. Um besonders laute Töne zu spielen, werden die entsprechenden Tonzungen beider Kämme gleichzeitig gezupft.

Durch den Einbau anderer mechanischer Instrumente in die Spieldosen ergeben sich weitere Möglichkeiten, etwa durch kleine Glocken oder Trommeln. Noch mehr Möglichkeiten bietet ein kleines Harmonium. Seine Druckluft erhält es von einem federgetriebenen Blasebalg. Da das Harmonium den Ton je nach Melodie beliebig lange halten muss, sind für dieses Instrument auf der Walze nicht nur Stifte gesetzt, sondern auch Brücken. Manche Spieldosen sind mit einem kleinen Flötenwerk ausgestattet. Auf diese Weise lässt sich mit einer Spieldose ein kleines Orchester nachahmen.

Nüchtern betrachtet sind Spieldosen mechanische Musikinstrumente in Miniaturausgabe. Solch eine Spieluhr ist allerdings kein reines Spielzeug für ein Baby - diesen Gedanken muss man sich sparen. Wenn man sie sich genauer betrachtet, handelt es sich dabei aber viel mehr um kleine Miniaturwelten und jede Spieluhr für sich erzählt dabei eine eigene Geschichte. Mitte des 18. Jahrhunderts begann man in der Schweiz mit der Herstellung einfacher Zungenspielwerke. Damals noch musste jede einzelne Metallzunge einzeln hergestellt werden, erst ein paar Jahrzehnte war man so weit, dass man ganze Spielkämme produzieren konnte, und diese dann nur noch klangmäßig aufeinander abstimmen musste. Nach und nach entwickelten sich kleine Kästchen, aus denen eine Melodie zu hören war. Erst ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts begann man mit der Produktion der heute bekannten Spieluhren.

Spieluhren aus Seiffen

Es dauerte nicht lange und auch die Kunsthandwerker aus dem Erzgebirge entdeckten die Spieldosen für sich und begannen damit, kunstvollste Spieldosen aus Hölzern herzustellen. Die Motive waren damals noch ausschließlich auf die Adventszeit bezogen. Demnach zierten Engel, Jesuskinder, und die heiligen 3 Könige die kleinen Kunstwerke. Die Geburt Christi war und ist dabei das zentrale Thema geblieben. Die Herstellung erfolgt heute auf dieselbe Art wie damals. Dabei werden die einzelnen Holzscheiben mittels eines Drechslers vorgeschliffen und dann von Hand nachbearbeitet, bis eine der zauberhaften Figuren entsteht, die später auf der Spieldose ihren Platz finden wird. Selbstverständlich erfolgt auch die Bemalung der Miniaturwelten noch von Hand.

Weihnachtliche Spieluhren immer noch hoch im Kurs

Mittlerweile gibt es Spieldosen bereits für jeden Anlass, jedoch sind sie zu Weihnachten am begehrtesten, da sie gerade in der Adventszeit besonders dekorativ wirken. Spieluhren eigenen sich sowohl als Dekorationselement, als auch als außergewöhnliches Geschenk und zaubern im Nu eine vorweihnachtliche Atmosphäre in die eigenen vier Wände. Außergewöhnlich beliebt ist auch die Schneekugel, deren bezaubernde Winterlandschaft zum Leben erweckt wird, sobald die Spieluhr sich beginnt zu drehen. Wenn dann noch eine liebliche Weihnachtsmelodie erklingt, merkt man, dass die Spieluhr von damals wirklich nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat.


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