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Schwibbogen
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Der Schwibbogen ist ein Lichterbogen, der in verschiedener Größe aus Holz oder Metall in der Advents- und Weihnachtszeit aufgestellt wird. Hinter den Fenstern, im Vorgarten, auf öffentlichen Plätzen eines Ortes oder als Miniatur im Wohnzimmer. Auf dem „Strebebogen“ – einer Brücke ähnlich - sind unterschiedlich viele Halterungen (Tüllen) für Kerzen aus Wachs oder Teelichter aufgesteckt. Aus praktischen Überlegungen sowie aus Sicherheitsgründen ist die elektrische Beleuchtung jedoch dominierend. Unterschiedliche Motive und Gestaltungen haben sich seit Bestehen des ersten Schwibbogens entwickelt. Als Kunstgewerbe im Erzgebirge und darüber hinaus ist diese Dekoration ein Zeugnis erzgebirgischer Tradition.

Zur Entstehungsgeschichte vom Schwibbogen

In dem erzgebirgischen Bergbauland war und ist die Sehnsucht nach Licht sehr stark ausgeprägt. In der Zeit, als der Bergmann früh das Haus verließ und die Schicht „unter Tage“ begann, war es dunkel - und am Abend, bei seiner Rückkehr, ebenfalls. Während seiner Arbeit war sein Grubenlicht – bis zur Modernisierung der Bergwerke – die einzige Lichtquelle.
Der Eingang in ein Bergwerk glich einer halbrunden Öffnung – das „Stollen-Mundloch“. Am Heiligen Abend wurde in den Hutstuben der Bergwerke oder in einer anderen Räumlichkeit vor Ort unter Tage von den Bergleuten eine Andacht abgehalten. Ihre Lampen hingen sie dazu bogenförmig an der Wand auf - ein feierlicher Anblick. Nach dieser letzten Schicht – „Mettenschicht“ – haben die Häuer ihre Grubenlampen außen, am Eingang, aufgehangen. Es entstand ein leuchtender Bogen. Die Grundidee für den späteren Schwibbogen, der zunächst aus Metall gefertigt wurde.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts existierte zwischen Jöhstadt und Preßnitz mitten im Wald ein Bergwerk. Die einsamen Bergleute hatten neben ihrer Arbeit ein besonderes Streben: die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Ihr „Markenzeichen“ bestand aus einem sieben Meter langen und krumm gebogenen Baumstamm. Es war „ihr Lichterbogen“. Der älteste überlieferte Schwibbogen stammt aus Johanngeorgenstadt, einem Bergbauort im Erzgebirge. Der Bergschmied Johannes Teller soll ihn im Jahr 1730 gebaut haben. Dieser metallene Bogen war für die letzte Schicht der Bergleute damals gedacht. In der weiteren Entwicklung wurde eine derartige Handwerkskunst als repräsentatives Geschenk für den Bergmeister gefertigt. Es galt als kostbares Familienerbstück.

Auch in der heutigen Zeit ist das Basteln in der Adventszeit, besonders im Erzgebirge, ausgeprägt. Aus Sperrholz und einer Grundplatte aus Holz kann nach Bauplan ein Schwibbogen in Eigenbau entstehen.
Als Kunstgewerbe werden diese Produkte aus den Manufakturen, wie beispielsweise in Seiffen, Olbernhau, Marienberg oder Annaberg, in verschiedener Größe zum beliebten Weihnachtsgeschenk oder zum „Exportschlager“.
Das Kunsthandwerk nahm Mitte des vergangenen Jahrhunderts einen Aufschwung, als in Seiffen mit der Produktion der Schwibbögen aus Holz (statt schmiedeeisernen), begonnen wurde.

Ausführungen und Standorte

Der weltweit größte Schwibbogen steht vor dem Spielzeugmuseum im erzgebirgischen Gelenau. Weit in das Land hinein ist er mit seiner elektrischen Beleuchtung zu sehen. Der „Original Seiffener Schwibbogen“ ist weltberühmt. Die 352 Einzelteile sind alle handgefertigt und zeigen auf der einen Seite alte Volkskunst und auf der anderen Seite Spielzeug aus der Jahrhundertwende.

Die Ausführungen der Schwibbögen sind sehr verschieden. Außer der unterschiedlichen Größe werden meist sieben oder neun Tüllen für Kerzen auf den Bogen gesteckt. Eine elektrische Beleuchtung ist zwar nicht „traditionsgemäߓ, aber in der Anwendung ungefährlicher. Der Schwibbogen mit elektrischen Kerzen kann unbedenklich am Fenster in die Dunkelheit scheinen. Brennende Kerzen müssen permanent beobachtet werden. Das Kunstgewerbe ist facettenreich.
Ein dreidimensionaler Schwibbogen lässt einen räumlichen Effekt entstehen. Zwei gleiche Seitenteile mit gleichen Motiven werden durch Querverbindungen zusammengehalten. In der Mitte kann eine zusätzliche Lichtquelle installiert werden, die indirektes Licht erzeugt.

Der Schwibbogen im Freien ist aus Metall. Am Ortseingang mancher Bergbaustadt im Erzgebirge steht er das ganze Jahr und begrüßt auf diese Weise den Besucher – abends mit den hell erleuchteten elektrischen Kerzen.
Der Dresdner Weihnachtsmarkt wurde bereits 1959 mit einem gewaltigen Schwibbogen überspannt und in Orten wie Schneeberg ist er sogar in luftiger Höhe über der Straße montiert.
Kleine Ausführungen als Tischschmuck werden nur beidseitig – am Bogenanfang – mit Halterungen für zwei Kerzen oder Teelichter ausgestattet.

Der Lichterbogen und seine Gestaltung

Hochwertige Produkte in Handarbeit aus dem Erzgebirge sind Unikate. Das ursprüngliche Grundmotiv stellt Bergleute oder Szenen der typischen Arbeit im Erzgebirge dar. Das Klöppeln findet sich in seinem Endprodukt auch als Gestaltungsmöglichkeit im Schwibbogen wieder. Darstellungen aus der christlichen Weihnachtsgeschichte, Landschaftsmotive, Waldarbeiter, das Abbild der Seiffener Kirche, integrierte Pyramiden oder der winterliche Heimatberg im Miniaturformat – das sind Möglichkeiten, die der Schwibbogen zwischen seinem „Schwebebogen“ und der Grundplatte umspannt.

Eine abgewandelte Form ist das beleuchtete Fensterdreieck als „Lichterbogen“. Ähnlich dem Tannenbaum, werden kleine Glaskugeln zwischen den Zweigen aus Holz eingearbeitet. Einem Setzkasten gleich, entsteht aus übereinandergestellten, verschieden langen Fensterbrettern (werden als Erhöhung für Schwibbögen am Fenster verwendet) ein mehrstöckiger Schwibbogen. Auf diesen Etagen finden Miniaturen als individuelle Dekoration ihren Platz. Diese Art von Lichterbogen sieht aus der professionellen Fertigung in der Holzmanufaktur selbstverständlich vollkommener aus.

Nach Vorlagen kann der Bastler mit Laubsäge, Sperrholz und etwas Geschick selbst einen filigranen Lichterbogen mit speziellen Laubsägemotiven herstellen. Er wird sicherlich einen besonders hohen Stellenwert behalten.
Unwandelbar bleibt der „Ur-Schwibbogen“ aus Metall: zwei Bergmänner mit Hammer und Schlegel – dem Symbol des Bergbaus.

Der Name Schwibbogen heißt so viel wie Schwebe- oder Strebebogen. In der Architektur wird er seit langem verwendet. Am bekanntesten ist er als filigran wirkender Stützbogen an gotischen Kathedralen. Er kann aber auch zwischen zwei Mauern zu ihrer Abstützung gebaut werden. In engen Gassen, z.B. in Görlitz, Wien oder Graz, befinden sich die frei stehenden Schwibbögen an höheren Gebäudegeschossen und schützen hohe Mauern vor einer seitlich geneigten Absenkung.

Nach diesem architektonischen Vorbild sind auch die dekorativen Schwibbögen für das Weihnachtsfest benannt. Dabei handelt es sich um stimmungsvolle Lichterbögen. Sie werden meistens für die festliche Beleuchtung des Fensters eingesetzt. Die Bogenform ist traditionellerweise rund. Moderne Ausführungen zeigen Dreiecks-Bögen oder ahmen die gotische Bogenform mit Spitze nach. Beim Weihnachts-Schwibbogen dient die Bogenstrebe als Kerzenhalterung. Die Fläche innerhalb des Bogens ist auf vielfältige Weise mit dekorativen Motiven ausgestaltet. Die meisten Schwibbögen sind heutzutage aus Holz geschnitzt. Zur Weihnachtszeit können im freien Gelände auch Großbögen aufgestellt werden. Sie dienen als festlicher Beleuchtungsschmuck während der Adventszeit und beleuchten Weihnachtsmärkte oder Innenstädte.

Der Lichter-Schwibbogen hat seinen traditionellen Ursprung in der erzgebirgischen Volkskunst. Bis heute ist das Holzschnitzhandwerk im Erzgebirge führend in der Herstellung kunstvoller Schwibbögen. Der älteste erhaltene Lichterbogen entstand 1740 in der kleinen Stadt Johanngeorgenstadt. Der Ort im Erzgebirgekreis nennt sich deshalb bis heute „Stadt des Schwibbogens“. Dieser älteste erhaltene Weihnachts-Lichterbogen ist noch aus Metall hergestellt. Zur damaligen Zeit wurden brennende Kerzen als Lichtschmuck verwendet und das Metall schützte die Schwibbögen gegen Brandgefahr. Seit dem Zweiten Weltkrieg kommen vor allem elektrische Kerzen zum Einsatz. Im gleichen Atemzug sind die Metall-Schwibbögen fast völlig verschwunden und der Weihnachtsschmuck wird größtenteils nur noch aus Holz hergestellt.

Die Schwibbögen lassen sich nach ihren Motiven unterscheiden. Die ältesten Traditionsmotive beziehen sich auf die traditionellen Berufe der erzgebirgischen Landbevölkerung in der Zeit vom 18. - 19. Jahrhundert. Ein solch klassisches Traditionsmotiv zeigt daher zwei Bergleute zusammen mit einer Klöpplerin und einem Holzschnitzer.

Ein anderes traditionelles Motiv bezieht sich auf die Natur des Erzgebirges. Hier werden Waldszenen mit heimischen Waldtieren wie Reh und Hirsch gestaltet.

Ein drittes und weit über die Erzgebirge-Region verwendetes Motiv betrifft die Weihnachtsgeschichte. Hier zeigt der Bogenschmuck traditionellerweise ein Krippenmotiv mit schwebenden Engeln. Es können aber auch Weihnachtsmotive aus der Zeit des 19. Jhds. sein, inspiriert von der Geschichte vom „Nussknacker und Mäusekönig“. Diese Motive zeigen eine Nussknacker-Figur mit Räuchermännchen und Oberhaulner Reiterlein, also einem Jungen auf einem Schaukelpferd.

Ein typisches viertes Motiv zeigt die Kirche von Seiffen. Dieses Dorf im Erzgebirge ist für seine volkstümliche Holzschnitzkunst besonders bekannt.

Seit den 1990er Jahren gibt es den dreieckigen Schwibbogen. Er wird auch als Lichterspitze bezeichnet. Er zeigt grundsätzlich eine stimmungsvolle Krippenszene in Waldlandschaft. Die Christkrippe steht unter hohen Tannenbäumen und ist von Reh und Hirsch umgeben. Im Hintergrund steht ein Forsthaus oder eine Kirche. Zusätzliche Lichter hinter der Bodenleiste beleuchten die geschnitzten Silhouetten. Auch der seit 2010 gestaltete Schwibbogen in gotischer Form zeigt eine winterlich-weihnachtliche Szenerie.

Der Schwibbogen ist ursprünglich eng mit dem Leben der erzgebirgischen Bevölkerung verknüpft. Seine Bogenform symbolisiert die naive Darstellung eines Himmelsbogens und wurde einst mit Sonne, Mond und Sternen geschmückt. Die Sehnsucht der Bergleute nach dem freien Blick zum Himmel fand darin seinen Ausdruck. Kehrten die Bergleute in der winterlichen Dunkelheit nach Hause zurück, sollte der Lichtschmuck in den Fenstern ihnen den Weg weisen.

Ein Schwibbogen zur weihnachtlichen Festbeleuchtung von Städten und Plätzen übersteigt die Größe der kleinen Fenster-Schwibbögen um ein Vielfaches. Ihre motivische Gestaltung ist dennoch eng an die traditionellen Motive des Erzgebirges orientiert.

In der Vorweihnachtszeit stehen in vielen Fenstern Lichterbögen und bringen ein wenig Licht in das Dunkel der Winterzeit. Sehr beliebt sind auf vielen Weihnachtsmärkten die kunstvoll geschnitzten Schwibbögen aus Holz aus dem Erzgebirge, die eine lange Tradition haben. Die ältesten, heute noch erhaltenen Schwibbögen stammen aus dem Ende des 18. Jh. Den ersten, der geschichtlich erwähnt wird, soll im Jahr 1726 in Johanngeorgenstadt der Bergschmied Johann Teller für eine Mettenschicht, eine Weihnachtsandacht in der letzten Schicht vor Heiligabend, hergestellt haben. Er schmiedete diesen Leuchter aus Eisen und gestaltete ihn in Bogenform. Der Überlieferung nach sollten die Schwibbögen mit ihren Lichtern die Bergleute in der Dunkelheit sicher nach Hause führen.

Der Begriff „Schwibbogen“ kommt aus der Architektur und steht für einen Schwebebogen, bei dem zwei Säulen oder Mauern über einen Bogen miteinander verbunden sind. Als Ursprung des Schwibbogens wird ein alter Brauch der Bergleute angenommen, nämlich das bogenförmige Aufhängen ihrer Grubenlampen nach der Schicht, wenn sie aus dem Mundloch des Stollens wieder herauskamen. Es ist nicht ganz sicher, ob die Bogenform der Leuchter die Öffnung eines Stollens darstellen soll oder den Himmel. Für die Annahme des Himmels sprechen Motive wie Sonne, Mond und Sterne auf den ersten Bögen. Das Erscheinungsbild der Schwibbögen wechselte im Laufe der Zeit.

Die Herstellung des Schwibbogens begann mit Schmiedeeisen oder Schwarzblech. Auf den Bögen saßen in der Regel 7 bis 11 Kerzen und sie enthielten als Motive biblische Erzählungen. Später wechselte das Material zu Holz und auch die Motive wechselten in Richtung mehr alltägliche Begebenheiten aus dem Leben eines Bergmanns oder der Volkskunst der jeweiligen Zeit. Neben der Funktion als Dekorationsgegenstand hatte der Schwibbogen auch schon von Anfang an eine sehr praktische Funktion als Beleuchtung. Die Arbeit der Bergleute begann in der Dunkelheit vor Tagesanbruch und endete nach Einbruch der Dunkelheit, so dass die Bergarbeiter auf künstliches Licht angewiesen waren. Die Kerzen auf den Leuchtern in den Fenstern sollten die Bergleute sicher auf ihrem Weg nach Hause geleiten.

Als Schwibbogen wird ein schmückender Lichterbogen für die Advents- und Weihnachtszeit bezeichnet. Er hat seinen Ursprung im Erzgebirge und wird dort bis heute in traditionsreichen Orten wie Seiffen hergestellt. Üblicherweise ist der Schwibbogen als halbrunder Bogen gestaltet. Der Lichtschmuck besteht aus elektrischen Kerzen, die auf der Bogenstrebe platziert sind. Die Fläche innerhalb des Bogens wird mit Figuren oder geschnitzten Silhouetten kunstvoll gestaltet. Der Lichterbogen ist besonders für die Aufstellung am Fenster geeignet. Er erscheint dann über dem Fensterrahmen und ist von außen sichtbar. In der Regel ist ein Schwibbogen zwischen 30 und 40 cm hoch. Bei einfacher Gestaltung ist er flach. Breitere Schwibbögen weisen ein kleines 3D-Panorama auf. Typisches Motiv für eine räumliche Gestaltung ist z. B. eine Hütte in einer winterlichen Waldlandschaft. Um die Wirkung zu erhöhen, können versteckte Lichter hinter den Figuren oder der Standleiste platziert werden. Sie beleuchten die Szenerie dann zusätzlich. Die Motive sind vielfältig und reichen von der Darstellung traditioneller Erzgebirgsberufe über Winter- und Naturlandschaften, Stadtsilhouetten und besondere Bauwerke bis zu klassischen Weihnachtsmotiven.

Die Lichterspitze ist eine Sonderform des Schwibbogens. Sie ist als Dreieck gestaltet und ahmt die Gestalt eines Tannenbaums nach. Die jeweils dargestellte Szene greift dieses Naturmotiv auf. Wahlweise kann sich eine Waldhütte unter dem Baum verbergen oder der Baum umrahmt eine Krippe mit Maria und Josef. Möglich sind auch Waldtiere oder ein kleines Christkind, das zwischen den Waldbäumen hervortritt. Die Beleuchtung kann bei der Lichterspitze auf dem Außenrahmen platziert werden. Dann wirkt die Erscheinung wie ein Weihnachtsbaum mit Kerzen. Die Lichter können alternativ hinter der unteren Standleiste oder einzelnen Figuren versteckt werden. Dann entsteht eine Stimmungsbeleuchtung der Szenerie. Möglich ist auch eine Kombination beider Beleuchtungsvarianten. Die Lichterspitze kann deutlich höher sein als ein halbrunder Lichterbogen. Dann eignet er sich gut zum Aufstellen an hohen Fenstern oder in großen Räumen.

Praktische Gründe für die Verwendung bestimmter Materialien

Bei fast allen traditionellen Erzeugnissen der erzgebirgischen Volkskunst kann man die Frage nach dem Material, aus dem die kleinen (seltener auch großen) Kunstwerke gefertigt sind, mit einem simplen Wort beantworten: Holz. Das gibt es im Erzgebirge noch mehr als Erz und Berge und es ist ein leicht zu verarbeitender, vielseitiger Werkstoff für Skulpturen und Möbel. Es hat allerdings zwei bedeutende Nachteile, die es als alleinigen Werkstoff für Schwibbögen eher ungeeignet machen. Hat es einmal Feuer gefangen, fackelt es anschließend gerne mal die halbe Bude ab. Wer jetzt einwenden möchte, man solle ja auch die Kerzen und nicht den Schwibbogen anzünden, hat damit zwar grundlegend recht, vergisst aber, dass so eine Kerze irgendwann einmal abgebrannt ist und die Flamme dem Kerzenhalter dann bedrohlich nahe kommt. Benutzt man statt echter Kerzen elektrische, wird der andere Nachteil offenbar: Holz ist ein tendenziell eher schlechter Leiter für elektrischen Strom.

Folglich sind die wenigsten Schwibbögen heutzutage noch vollständig aus Holz und solche, die es sind, sollte man gut im Auge behalten, nachdem man die Kerzen angezündet hat. Eine sichere Alternative sind breitere Bögen, die für Teelichter ausgelegt sind. Die meisten hölzernen Schwibbögen mit Halterungen für echte Kerzen verfügen aber über mit Messing überzogene Blecheinsätze, die entweder gänzlich im Kerzenhalter versenkt sind oder einen tellerförmigen, überstehenden Kragen haben, der das überlaufende Wachs auffängt.

Bei elektronischen Modellen muss die Fassung zwangsläufig aus Metall sein, selbst wenn der Bogen geschnitzt wurde und das Gewinde der Fassung und die Kabel gut versteckt hinter einer hölzernen Verkleidung liegen. Das Äußere der künstlichen Kerzen und die Isolierung der Kabel sind aus Kunststoff.

Manche Schwibbögen werden aber auch komplett aus Metall gefertigt. Gerade große, im Freien stehende Exemplare wie der weltweit größte Vertreter in Johanngeorgenstadt. Holz ist anfälliger für schlechte Witterungsverhältnisse, weshalb freistehende Bögen häufiger aus Metall sind. Aber nicht nur der Standort, sondern auch die auf oder vielmehr unter dem Bogen dargestellten Motive bestimmen das Material.

Traditionelle Arbeiten aus Holz wie der Schwibbogen verbreiten in der Weihnachtszeit eine besinnliche Stimmung. Da bietet es sich an, einen Schwibbogen selber zu basteln. Ein einfacher Schwibbogen besteht aus einer Blende und einer Grundplatte. Aufwendigere Modelle besitzen zwei Blenden und ein Innenmotiv sowie vereinzelt auch kleine Motive, die vor der Blende platziert werden. Beim Bauen sind Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Material und Werkzeug

Der Schwibbogen ist eine klassische Laubsägearbeit, bei der ein Motiv aus Sperrholz herausgearbeitet wird. Sperrholz ist in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich. Für den Schwibbogen sollten Sie 3-4mm Birkensperrholz oder 4-5mm Pappelsperrholz der Qualitätsstufe "B" wählen. Bei doppelseitigen Bögen können Sie B/BB verwenden. Die „schöne" B-Seite wird für die Außenseiten verwendet.

Für die Abstandhalter und die Grundplatte können Sie weiches Buchenholz verwenden oder zwei 10mm Sperrholzplatten. Die Länge und Breite der Grundplatte sollte etwas größer und dicker sein als das Holz der Bögen. Alternativ können Sie zwei Sperrholzplatten aufeinander legen und verleimen. Um die filigranen Details herauszuarbeiten, benötigen Sie eine Laubsäge und einen Drillbohrer. Darüber hinaus brauchen Sie einen Hammer, Bleistift, Schleifpapier, Holzleim, Sprühkleber oder Papierklebestift und ggf. eine Heißklebepistole oder kleine Schrauben. Für die elektrische Beleuchtung benötigen Sie eine Minilichterkette mit Halterungen und für eine Kerzenbeleuchtung Kerzentüllen aus Metall.

Motiv aussägen

Zuerst wird das Motiv auf die Sperrholzplatte übertragen. Je nach Vorlage wird es aufgebügelt oder mit Klebstoff fixiert. Bevor Sie zur Säge greifen, müssen in den Aussparungsbereichen Löcher für die Sägeblatteinführung gebohrt werden. Verwenden Sie dafür einen Bohrer mit einem Durchmesser von ca. 1,2mm bis 1,5mm. Jetzt können Sie mit der eigentlichen „Fleiߓ-Arbeit beginnen.

Sägen Sie direkt durch die Vorlagen von innen nach außen. Nach dem Aussägen werden die Reste der Laubsägevorlagen mit einem feuchten Tuch oder mit Schleifpapier vorsichtig entfernt. Auch kleine Ecken und raue Stellen sollten nachgeschliffen werden. Sägen Sie anschließend die Grundplatte zurecht. Damit Sie später die Blenden und das Innenmotiv mit der Grundplatte verbinden können, müssen Sie noch Aussparungen in die Platte sägen. Zeichnen Sie die Maße der Blenden mit einem Bleistift auf und bohren Sie auch hier zuerst Löcher für Sägeblatteinführung und sägen Sie dann die Aussparungen aus. Wenn Sie einen Doppelbogen erstellen, müssen Sie noch die Abstandhalter zurechtschneiden. Der „schwerste“ Teil der Arbeit wäre damit geschafft.

Es werde Licht

Vor dem Zusammenbau des Schwibbogens wird die Beleuchtung installiert. Bei einem einseitigen Bogen werden die Halterungen für die Lichterkette auf der Rückseite mit flachen Schräubchen oder mittels einer Heißklebepistole befestigt. Bei einem Doppelbogen werden die Lichter oder die Kerzentüllen in den Abstandhaltern platziert. Dazu werden entsprechend große Löcher in die Hölzer gebohrt. Bei einem Doppelbogen werden zuerst die Abstandhalter mit einem der Bögen verleimt. Anschließend können Sie die Lichterkette anbringen und den zweiten Bogen befestigen. Sie müssen jetzt nur noch die Blenden und das Innenmotiv in die Grundplatte stecken. Dann können Sie die Lichter anzünden und sich an Ihrem Werk erfreuen.


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