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Schwibbögen aus dem Erzgebirge – Weihnachtsgeschichten aus dem Alltag

Er war lang, der Winter im „Miriquidi“ (dem erzgebirgischen Dunkelwald). Aber es blieb den Bergleuten Zeit genug, aus Holz oder Erz oder Metall schöne Dinge für ihre Kinder zu ersinnen. Neben dem Nußknacker, Bergmann und Engel, Räuchermännchen und anderen Kreationen ersann die erzgebirgische Volkskunst eine weitere Form von Darstellungen aus Handarbeit. Was, wenn nicht Wald und Schnee, könnte im Advent das Erzgebirge schöner darstellen? Aus Pragmatismus und Liebe zum Detail entwickelten sich Schwibbögen. Bis heute sind sie ein Teil desjenigen Lichts, das in der „dunklen Jahreszeit“ in vielen Regionen nur spärlich vorhanden ist.

Schwibbogen – kreatives Bauwerk für die Weihnachtszeit

Die Arbeit im Berg war für die Angestellten im Erzbergbau zu allen Jahreszeiten düster und eintönig. Während sie das Erz in mühevoller Handarbeit aus dem Felsgestein schlugen, war für die Kreativität trotzdem Zeit, sich auf Advent und Weihnachten zu freuen. Vorlage für solche Ideen war das alltägliche Leben zu jeder Jahreszeit. Aber auch die Arbeit selbst und Rituale rund um den Bergbau lieferten die Grundlage für die heute gefeierte erzgebirgische Volkskunst. 

Ein Schwibbogen stellt in Miniaturausführung architektonische Vorbilder dar. Viadukte, Brücken und andere Bauwerke waren in solcher Bogenform schon zu historischen Zeiten sehr tragfähig. Tragfähigkeit war auch für die Bergleute im Erzgebirge wichtig. Denn nur dies gewährleistete, daß sie nach ihrer Schicht heil wieder den Stollen verlaßen konnten. Aus ihrer Sehnsucht nach unversehrter Heimkehr haben sich möglicherweise erste Modelle eines Schwibbogens entwickelt. 

Für die Form des Schwibbogens aus dem Erzgebirge existieren weitere Vermutungen. Zum Beispiel könnte die Verbindung des Halbrunds mit dem Licht den sichtbaren (also halben) Himmel mit seinen Sternen, dem Mond und der Sonne symbolisieren. Pragmatischer ist die Behauptung, Schwibbögen seien dem Halbrund am Stollenende nachempfunden. Es war dereinst Brauch, am Ende der letzten Bergbauschicht die Arbeiter im Saum eines großen Lichterfestes um den Stollenein- und -ausgang herum in die Winterpause zu entlaßen.

Die Idee für Schwibbögen

Eine Besonderheit ist das Außehen von Schwibbögen. Ihre Darstellungen von Heimat, Figuren oder Stillleben scheinen über der Standfläche zu schweben. Das Licht der Kerzen verstärkt diesen Eindruck. Damit verbindet dieser Teil der erzgebirgischen Volkskunst Alltag und Träume auf künstlerische Weise. Nur die Materialien haben sich im Laufe der Zeit verändert. 

Ursprünglich fertigten die Bergleute ihre Schwibbögen aus Metall. Das war sinnvoll. Denn für die Beleuchtung stand damals nur Wachs zur Verfügung. Kerzen und Holz aber vertrugen sich nicht gut. Damit die filigrane erzgebirgische Volkskunst nicht eine Brandgefahr darstellte, boten sich das ohnehin geborgene Erz und daraus das gewonnene Metall als sicheres Material an. 

Die Bearbeitung von Metall war im Erzgebirge schon früh recht fortschrittlich. Doch anders als andere Kunstfiguren für die Weihnachtszeit gab es erste Schwibbögen erst vergleichsweise spät. Überliefert ist ein erstes Exemplar dieses Miniatur-Handwerks aus dem Jahr 1740. Hölzerne Nachfolger entstanden spätestens ab dem 19. Jahrhundert. Im 21. Jahrhundert werden Schwibbögen aus Holz in feiner Laubsägearbeit gefertigt. Denn mit elektrischer Beleuchtung besteht kein Brandrisiko für die kleinen Fenster-Acceßoires der Adventszeit.

Warum eigentlich das Halbrund?

Bei architektonischen Konstruktionen verbinden ähnlich geformte Bögen Mauerteile oder Häuser. Die Bogenform ist dort tragfähiger als ein eckiger Aufbau. Optisch haben sich Architekten diese Form auch aus optischen Gründen erdacht. Runde, halbrunde oder eben irgendwie nicht eckige Formen suggerieren eine Art Schweben. Damit war buchstäblich der Kreis zwischen Kunsthandwerk und Pragmatismus geschloßen. Ein Schwibbogen in seiner ursprünglichen Gestalt möchte ebenfalls etwas Sphärisches, also Schwebendes, vermitteln. 

Für die Bergleute im Stollen war die erzgebirgische Volkskunst vor allem im Winter die beinahe einzige Chance darauf, spielerisch statt körperlich anstrengend mit ihrem harten Alltag umzugehen. Die einen sagen, daß die Bergleute die letzte Schicht vor Weihnachten mit der größten Freude des Winters im Erzgebirge verbanden. Andere behaupten, daß religiöse Annahmen den Schwibbögen ihre Form des halben Himmelsbogens verliehen. 

Gerade im Winter sind weiche statt kantige Formen auch heutzutage beliebter. Sie bilden ohne religiösen Zusammenhang einen angenehmen Kontrast zur schroffen und dunklen Jahreszeit. Auch das Licht, mit dem sie in Szene gesetzt werden, ist im Halbrund optisch „weicher“ und somit mindestens für die Seele eine Wohltat. Das Halbrund eines Schwibbogens wird also noch für sehr lange Zeit Trend bei den beliebtesten Erzeugnißen bleiben, welche die erzgebirgische Volkskunst zu bieten hat.

Grund für das Licht an und auf Schwibbögen

Die ersten Schwibbögen wurden aus bitterer Erfahrung mit Holz zunächst aus Metall hergestellt. Zwar wurde dieses heiß, wenn die Kerze darauf herunterbrannte. Gleichzeitig verhinderte deßen Beschaffenheit aber, daß sich das Material unter den Kerzen entzünden konnte. Holz für Manufakturarbeiten kannte die erzgebirgische Volkskunst schon viel länger. Aber Pannen mit Räuchermännchen hielten die Erfinder des Schwibbogens offensichtlich davon ab, Holz als Grundlage für die weihnachtliche Beleuchtung einzusetzen. 

Das Erzgebirge an sich war zu historischen Zeiten ein wahrlich finsterer Ort. Reisende und Einheimische bezeichneten die Region selbst im Sommer als „Miriquidi“. Der Name stand für einen finsteren Landstrich, durch den Sonne und Wärme nur schwer dringen konnten. Diejenigen, die dort wohnten, empfanden ihre Umwelt als ebenso finster und undurchdringlich. Mit Schwibbögen kamen sie ihrer Vorstellung von Wärme und Licht wenigstens künstlerisch näher. 

Der Halbbogen von Schwibbögen hat Vorteile. Es können Lichter nach religiösen oder individuellen Regeln darauf verteilt werden. Die nach vorn und hinten offene Form erlaubt die Aufstellung auch auf schmalen Fensterbänken. Trotzdem wirken die geformten Figuren dreidimensional. Damit schafft das Licht auf und an Schwibbögen die weihnachtliche Vorstellung von Landschaften, Alltagszenen oder ähnlich künstlerischen Umsetzungen.

Warum eigentlich die Fensterbank?

Immer im Advent schmücken Menschen ihren Wohnbereich mit Kunstfiguren unterschiedlicher Beschaffenheit. Der Adventskranz ist rund, der Nußknacker hoch. Die Sterne am Himmel und der Christbaum in der Stube zeugen von der Hoffnung auf neues Leben und der Geduld über den Winter hinaus. Die Tradition, beleuchtete Schwibbögen auf die Fensterbank zu stellen, ist älter als die Motivkunst selbst. Ursprünglich stand bei christlichen Haushalten im Advent eine brennende Kerze im Fenster. Gleichgesinnte erkannten daran, daß sie hier Glaubensgenoßen antreffen könnten. 

Die erzgebirgische Volkskunst hat aus dieser alten Tradition das reich geschmückte Halbrund mit viel mehr als einer einzigen Kerze entwickelt. Der Seele tut es einfach gut zu wißen, daß im Fenster ein Licht im Winter über die ansonsten „dunkle Jahreszeit“ hinweghilft. Ein wenig pragmatisch ist die Auswahl des Aufstellplatzes auch. Denn auf dem Tisch in der Stube brennen ja bereits die Adventslichter. Die schmale Form in der Tiefe ergänzt dieses heimelige Licht optimal auf dem schmalen Sims zwischen beheiztem Innenraum und rauer Außenwelt. 

Auch die Temperaturextreme im historischen Erzgebirge dürften ein Grund für den heutigen Aufstellort des Schwibbogens sein. Draußen hatten Schnee und Frost die Landschaft fest im Griff. Drinnen hofften die Bewohner um ein wenig mehr Ausblick zwischen Schneeblumen und Fensterrahmen. Das Brennen der Schwibbögen am Abend konnte über Nacht durchaus ein kleines Fenster aufgetaut halten. Wichtiger aber als der Ausblick war der Anblick für Paßanten. Denn sie sahen seit der Erfindung dieser erzgebirgischen Handwerkskunst ein weiteres Zeichen der Zuversicht, Fantasie und des Träumens.

Moderne Abwandlungen der Schwibbögen

Das Thema aller Schwibbögen seit ihrer Erfindung in Metall ist das alltägliche Leben der Menschen, Tiere und Märchenfiguren im Erzgebirge. Vor allem der „ehrbare Beruf“ des Bergmanns wurde in den ersten Metallausführungen symbolisch dargestellt. Doch längst ist der Erzbau in solcher Weise Geschichte. Also greift die erzgebirgische Volkskunst bei dieser Kunstform auf andere Ideen zurück. 

Jetzt laßen sich mit Laubsäge und Sperrholz deutlich filigranere Fensterbilder gestalten. Weihnachten in Orten der historischen Manufakturen, Winteridylle mit Reh und Kindern oder erträumte Begegnungen zwischen Menschen und Wintermärchen (Weihnachtsmann, Schneemann oder Wichtel) sind nun detailreich gestaltet. 

Das Brandrisiko eines Schwibbogens mit seine vielen Lichtern in unterschiedlicher Höheg ist ebenfalls ausgemerzt. Moderne Abwandlungen beleuchten Fenster und Stube mit energiesparendem LED Licht statt mit Kerzen. Die Lichtfarbe erinnert an die historischen Vorläufer. Auch wird der ursprüngliche Halbbogen in gleich schwebender Optik durch Pyramidenformen, Baumgestalten und andere Mini-Architekturen ersetzt. Obwohl der Schwibbogen ursprünglich aus Zinn oder Silber gefertigt war, hat ihn inzwischen der Trend hölzerner Handarbeiten überholt. An Schönheit können sich alle Materialvarianten gut miteinander meßen. 

Fazit: 
Schwibbögen gelangten unter allen Erfindungen aus dem Miriquidi erst spät in die erzgebirgische Volkskunst. Sie waren zunächst aus Zinn oder Silber gefertigt und spiegelten den Berufßtand der Bergleute aus dem Erzgebirge symbolisch wieder. Heutzutage gehören Schwibbögen auf Fensterbänke in aller Welt und bestehen eher aus Sperrholz oder Holz. Beleuchtet werden sie nun mit ungefährlichem LED Licht und stellen damit in der Adventszeit keine Brandgefahr mehr dar.

 


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