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Räuchermännchen aus dem Erzgebirge – Vorläufer moderner Wohnkultur

Je kälter die Umgebung ist, desto eintöniger werden Düfte im geschlossenen Wohnbereich. Gegen dieses dumpfe Empfinden helfen seit jeher nur Gerüche, die sich der Mensch in sein Haus holt. Doch wie sollten Glut und Rauch dereinst im Winter Freude schaffen? Die erzgebirgische Volkskunst zeichnet sich bis heute durch ihren Erfindergeist und Humor aus. So ersannen die Bergleute der Region die ideale Kombination aus Luftzug, angenehmen Gerüchen und optisch ansprechenden Figuren in der Advents- und Weihnachtszeit. Vom „Raachermannel“ (hochdeutsch: Räuchermännchen) stammen inzwischen zahlreiche Abwandlungen ab. Das kugelige, sympathisch gemütliche Männchen mit seiner schmauchenden Pfeife bleibt in diesen Trends unangefochten am beliebtesten.

Räuchermännchen, im Erzgebirge auch als „Raachermannel“ etabliert

Räuchermännchen sehen der Figur des Nussknackers ähnlich. Auf zwei stabilen Beinen wölbt sich der bauchige Oberkörper eines gemütlichen Menschen. Aus dem Mund kringeln sich kleine Wölkchen von Rauch. Doch anders als der Rauch vom Ofen oder Küchenherd enthält das helle Wölkchen angenehme Düfte aus der Natur, die es ansonsten im Winter auch draußen nicht gibt. Erzeugt wird der Wohlgeruch von glimmenden Räucherkerzen.

Mit dem Räuchermännchen verbindet die erzgebirgische Volkskunst die Sehnsucht aller Menschen nach lebendigen Sinneseindrücken in einer stillen Zeit. Heutzutage helfen Lüften und Sprays gegen unangenehme Gerüche in Wohnräumen. Zu den früheren Zeiten waren die Stuben im Erzgebirge trotz Lüften von anderen Gerüchen ausgefüllt. Vor allem an sehr kalten Tagen hingen der Rauchgeruch des Ofens und die Dünste vom Küchenherd praktisch überall im Gebälk und Mauerwerk. Selbst im Sommer ließ sich das nur teilweise beheben.

Aber das war nicht der einzige Grund für die Erfindung von Räuchermännchen. Sie waren ursprünglich rein optisch das Pandon zu der gestrengen Gestalt des Nussknackers. überliefert ist die Idee leider nicht. Aber gewiss enthält bis heute die erzgebirgische Volkskunst genügend Humor für Opas mit schmauchender Pfeife. Daran können auch Gesetze gegen Tabakkonsum bis heute weltweit nichts ändern. Immerhin enthält das Wölkchen aus dem Mund der Raachermannel keinerlei Nikotin.

Religiöse Verwendung von Räuchermännchen

Seit Menschengedenken versuchen Anführer ihrer Gemeinde, die schlechten Gerüche des Winters zu ersetzen. Heidnische Bräuche wurden mit dem Aufblühen der christlichen Religion entweder verteufelt oder übernommen. Ein Glück für das Räuchermännchen! Denn der Wohlgeruch aus seinem hölzernen Mund war selbst für strenge Kirchenväter eine Inspiration. Sie gingen mit Weihrauch durch die Reihen der Kirchenbesucher. Seit jeher gehört dies zu den Zeremonien bestimmter Formen von Gottesdiensten.

Allerdings gibt es Gottesdienste nicht täglich. Somit ersann die erzgebirgische Volkskunst einen Ersatz, der rund um die Uhr ähnlich positive Wirkung auf das Gemüt der Menschen hat. Längst stehen Raachermannel (Räuchermännchen) nicht mehr nur im Erzgebirge am Fenster, auf der Kommode oder dem Adventstisch. Vielmehr sind die hübschen Figuren aus Holz in ganz Deutschland, Europa und auf anderen Kontinenten beliebter Zimmerschmuck.

Auch ohne religiöse Absicht spüren die Menschen die wohltuende Wirkung des Räucherwerks. Unterbewusst wecken die Gerüche nach Holz oder Zitrusfrüchten, nach Harz oder Lavendel die Freude an der bevorstehenden „hellen Saison“. Damit bringen die Erfinder der Räuchermännchen Zuversicht in alle Stuben – nicht nur zur Weihnachtszeit. Denn inzwischen muss zwischen Raachermannel und Räucherfigur unterschieden werden. Immerhin lassen sich aus der Idee, leichten Luftzug und gemütliche Rauchkringel zu kombinieren, viele weitere Accessoires kreieren.

Holz und Glut brandsicher kombiniert

Die Herausforderung beim Verwenden von Räuchermännchen besteht in der brandgefährlichen Kombination von Glut und Holz. Dafür haben die Erfinder der gemütlichen Schmaucher eine simple Lösung gefunden. Auf dem Sockel (also der Unterseite des Bauches vom Raachermannel) steht fast immer eine kleine Metallplatte. Auf ihr kann die Räucherkerze problemlos glimmen. Die Hitzeentwicklung nach unten ist gestoppt. Nach oben und zur Seite bleibt das Räucherwerk kühl genug, um der Figur nicht zu schaden.

Räuchermännchen und Räucherkegel gehören für die erzgebirgische Volkskunst auch heute noch zusammen. So werden viele Duftmischungen von den Manufakturen eigenhändig zusammengestellt. Andere Hersteller im Erzgebirge sind beinahe vollständig auf die Kreation und Zusammenstellung von Wohlgerüchen für die Weihnachtsfigur spezialisiert. Zwar gibt es heutzutage jede Menge Dufterlebnisse von Stäben, Sprühdosen, aus Gläschen oder von Duftbäumen. Das Räuchermännchen allerdings bleibt unangefochten in der Adventszeit der Favorit für die Geruchsverbesserung in Innenräumen.

Es kann vorkommen, dass ein Räuchermännchen nach kurzer Zeit wieder erkaltet. Dagegen hilft eine einfache Methode. Das Oberteil wird abgenommen, bis die Räucherkerze wieder sichtbar glimmt. Dann wird die Figur wieder zusammengesteckt. Passiert das Erkalten regelmäßig, kann eine andere Platzierung dem Mangel abhelfen. Oder der Oberkörper wird nur teilweise aufgesteckt. So bekommt der Räucherkegel etwas mehr Sauerstoff und wird wie gewünscht zu Ende glimmen.

Moderne Abwandlungen des Räuchermännchens

Das Räuchermännchen war für Jahrhunderte eine geniale Idee von erfindungsreichen Handwerkern im damaligen „Miriquidi“ (Dunkelwald als historisches Synonym für das Erzgebirge). Heutzutage bietet diese erzgebirgische Volkskunst viele weitere Abwandlungen. So sind figürliche Darstellungen nicht auf Menschen oder Fantasiegestalten beschränkt. Wie bei anderen Formen dieses schönen Kunsthandwerks bestimmen Fantasie und technische Möglichkeiten die moderne Vielfalt.

Trotz viel Winter mit viel Dunkelheit, Holz und Eintönigkeit ist allein das Erzgebirge voll von Inspirationen. So bekommt die historische Räucherfigur Konkurrenz von lustigen Kantenhockern. Diese schmauchen nicht im Stehen, sondern vom Sims mit baumelnden Stoffbeinen. Vorlage für neue Kreationen ist das alltägliche Leben in all seinen winterlichen Details. So raucht es inzwischen aus einem Kaminofen, vom Schornstein eines Lebkuchenhauses oder selbst aus dem Mund von Schneemännchen auf Schlitten.

Wie der Nussknacker stellt bis heute das Räuchermännchen beliebte Berufe oder ungeliebte Stände dar. Ein Förster oder Nachtwächter, der Weihnachtsmann oder seine Wichtelhelfer schmauchen gemütlich um die Wette. Spielzeugverkäufer oder Weinhändler finden sich unter dem Ideenreichtum der Manufakturen. Hauptmerkmal einer originalen Handarbeit ist stets das Einzigartige. Neben Schnitz- und Drechselkunst verleiht auch die Bemalung der Figur ihre Individualität. Eines unterscheidet Raachermannel weiterhin von maschinellen Kopien. Wird es in einer Manufaktur gefertigt, hat es garantiert nur Handwerkszeug statt Stanzwerkzeug und nur Handwerk statt Fließband gesehen.

Fazit:

Räuchermännchen gehören zur Weihnachtskultur nicht nur in religiösen Regionen, sondern inzwischen über deutsche Landesgrenzen hinaus. Mit ihnen bringt die erzgebirgische Volkskunst deutsches Kunsthandwerk und liebevoll ausgewählte Duftkreationen in alle Welt. Zwar werden Räucherfiguren inzwischen auch maschinell gefertigt. Doch die Manufaktur-Ideen aus dem Erzgebirge behaupten bis heute erfolgreich ihren Platz in der Advents- und Weihnachtszeit.


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