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Erzgebirgische Volkskunst – Kunsthandwerk mit Weltruhm

Bergbau und strenge Winter bestimmten einst die Zeiten im Erzgebirge. Doch gerade in den Wintern saßen die Bergleute arbeitslos daheim. Ihre Kinder sollten sich trotzdem an hübschen Spielzeugen erfreuen. Also mussten die Eltern erfindungsreich werden. Immerhin gab es rings über den Erz-Minen reichlich Holz. Aus der einstigen Not, die buchstäblich erfinderisch macht, hat sich bis heute die erzgebirgische Volkskunst als berühmtes Kunsthandwerk etabliert. Schwibbögen und „Raachermannl“ (Räuchermännchen), Spieldosen und filigran geschmückte Weihnachtspyramiden gehören zu beliebten Wohndekorationen auf mehreren Kontinenten.

Erzgebirgische Volkskunst und ihr Siegeszug über deutsche Grenzen hinaus

Erzgebirgische Volkskunst wird in ihrer Heimat, dem Erzgebirge, bis heute in kleinen Manufakturen aufwändig in Handarbeit hergestellt. Bekannt wurden erste Pyramiden und andere Figuren außerhalb des Erzgebirges durch Reisende von hier. Sie gaben die Volkskunst aus ihrem Erzgebirge als Gastgeschenke zu ihren ausländischen Verwandten oder Freunden. Daraus entwickelte sich eine so hohe Nachfrage, dass die heimischen Manufakturen die Bestellungen nur noch schwer und für den Geschmack der Kunden zu langsam abarbeiten konnten. Also gibt es nun die Holzkunst auch aus industrieller Fertigung mit Maschinen. Das führt zu günstigeren Preisen und schnelleren Lieferzeiten. Dennoch bevorzugen Kenner dieser Volkskunst weiterhin die Handarbeit. Denn sie liefert Stück für Stück Unikate. Dank der weiterhin bestehenden Nachfrage in den erzgebirgischen Manufakturen wird es handgefertigte Nussknacker, Spieldosen und Weihnachtspyramiden auch künftig geben. Das bedeutet gleichzeitig, dass auch Nachwuchs in diesem alten Kunsthandwerk weiter ausgebildet werden kann.


Inhaltsverzeichnis

Erzgebirgische Volkskunst – Kunsthandwerk mit Weltruhm
Erzgebirgische Volkskunst und ihr Siegeszug über deutsche Grenzen hinaus
Bekannteste Arbeiten der erzgebirgischen Volkskunst
Weihnachtspyramide – Licht und Glanz in liebenswürdiger Bewegung
Erzgebirgische Volkskunst und die Tradition der Schwibbögen
Erzgebirgische Volkskunst und das „Raachermannel“
Nussknacker – wahrscheinlich die älteste erzgebirgische Volkskunst seit dem Mittelalter
Erzgebirgische Volkskunst und die Schönheit einer Spieldose
Erzgebirgische Volkskunst und Superlative in ihrer Heimat
Erzgebirgische Volkskunst und Weihnachten
Fazit

Bekannteste Arbeiten der erzgebirgischen Volkskunst

Lichtermann und Engel, Nussknacker und Räuchermännchen sowie Pyramiden und Spieldosen sind die bekanntesten Traditionsfiguren der erzgebirgischen Holzkunst. Darüber hinaus entstehen je nach Manufaktur und Einfallsreichtum der Künstler immer neue Weihnachtsgestalten, teilweise modern, teilweise nach dem Vorbild des alten Kunsthandwerks. Die bekanntesten Figuren aus Handarbeit sind in Größen von der Miniatur bis hin zum Superlativ für den Weihnachtsmarkt zu bewundern. Bevorzugt haben die Arbeiten eine Funktion. Entweder drehen sie sich, knacken Nüsse oder schmauchen gemütlich ein Pfeifchen. Dies sind die bekanntesten Berühmtheiten der Holzkunst aus dem Erzgebirge:

Weihnachtspyramide – Licht und Glanz in liebenswürdiger Bewegung

An einer Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge können sich die Menschen kaum sattsehen. Denn hier sind auf einer oder mehrerer Etagen winzige Szenarien dargestellt. Dies ist für Pyramiden der Holzkunst aus dem Erzgebirge typisch:

Aufbau und Ausstattung einer Weihnachtspyramide

Die einfachsten Pyramiden haben ihre Szene auf einer beweglichen Grundplatte. Bei anderen steigt die dargestellte Geschichte auf bis zu drei Rondellen von unten nach oben. Über jeder Weihnachtspyramide bildet ein Flügelrad mit wenigstens acht Flügeln den Abschluss. Je größer das Gesamtkunstwerk ist, desto mehr Flügel sind für die gewünschte Bewegung angebracht. Um das Szenario herum sind auf der untersten Etage Kerzenhalter befestigt. Sie werden je nach Größe mit Teelichtern oder schmalen Weihnachtskerzen bestückt. Dem Holz der Weihnachtspyramide und ihrer Figuren geschieht beim Abbrennen nichts. Denn die Erfinder dieser alten und beliebten Holzkunst haben auf den richtigen Abstand zwischen Darstellungen und heißem Kerzenlicht gedacht.

Funktion einer Weihnachtspyramide

Das Prinzip der Bewegung bei der Weihnachtspyramide hat sich die erzgebirgische Volkskunst vom Feuer abgeschaut. Die Flammen erzeugen einen Wind, der Gegenstände vom Feuer weg bläst, statt sie sofort aufzunehmen und zu verbrennen. Genau dies, die Bewegung, wird hier durch die aufsteigende Hitze der Teelichter oder Kerzen erzeugt. Dabei lässt sich durch Anbrennen einer oder aller Kerzen sogar die Geschwindigkeit der Pyramide bestimmen. Die durch Hitze bewegte Luft erreicht das Flügelrad. Dessen schräg gestellte Flügel drehen sich und alles darunter mit. Holz macht diese künstlerische Handarbeit leicht. Deshalb drehen sich auch recht große Ausführungen der Weihnachtspyramide gut, solange die Kerzen brennen. 

Moderne Variationen für andere Anlässe als Weihnachten

Die Darstellungen auf Pyramiden drehen sich traditionell um winterliche Dörfer, spielende Kinder im Schnee oder Szenarien des Heiligabends mit Krippe und Jesuskind. Aber moderne Manufakturen weiten die erzgebirgische Volkskunst für andere Geschmäcker aus. Zu sehen sind inzwischen auch Pyramiden mit Figuren aus dem täglichen Handwerksleben im Erzgebirge. Stets gehören ein paar Bäume aus Holzspänen und um mehrstöckige Kunstwerke dieser Handarbeit auch filigrane Geländer zur Ausstattung. 

Erzgebirgische Volkskunst und die Tradition der Schwibbögen

In allen deutschen Regionen mit viel Wald und Schnee rangen die Menschen seit jeher um etwas Licht in der dunklen Jahreszeit. Was in Thüringen die Lichterstuben, das schufen die Bergleute im Erzgebirge mit ihren Schwibbögen. Die Grundform, nämlich das Halbrund, entspringt einer alten Tradition. Vor Schichtende am Heiligabend hingen die Grubenlampen aller Bergleute im Halbrund vor dem Stolleneingang. Vergleichbar ist jener historische Lichterglanz mit dem Leuchten des Christbaums. 

Aufbau und Ausstattung von Schwibbögen

Diese erzgebirgische Volkskunst beschreibt in filigranen Darstellungen die Sehnsucht der Menschen im Winter nach Licht. Gleichzeitig spricht aus den Darstellungen der Figuren die Liebe zur Heimat und selbst die emotional positive Beziehung zur dunklen, verschneiten Jahreszeit. Grundsätzlich erfolgt der Aufbau von Schwibbögen im Halbrund auf einer flachen Stellfläche, meist mit stilisierten, wenigstens angedeuteten Füßen rechts und links. In Handarbeit werden die Figuren mit der Dekupiersäge ausgeschnitten, bei komplexeren Kunstwerken auf die einfache Grunddarstellung weitere Miniaturen wie Eiszapfen, Bäume und Ähnliches geklebt. Am Bogen entlang verlaufen mehrere Kerzenhalter. Sie sind traditionell mit Weihnachtskerzen bestückt. Moderne Ausführungen sind von elektrischen Kerzen beleuchtet. 

Funktion von Schwibbögen

Schwibbögen stehen traditionell in den Fenstern von Wohnhäusern. Abends werden sie entzündet und erhellen so die düstre Zeit. Ursprung dieser Funktion war ein Erkennungszeichen früher Christen. Sie stellten im Winter ein Licht in die Fenster ihrer Hütten. Andere gleichgesinnte Menschen erkannten es als Gruß oder Einladung. Heutzutage gehören Schwibbögen auch ohne religiösen Hintergrund zur selbstverständlichen Adventsbeleuchtung neben Weihnachtsstern, Fensterlaterne oder Adventskranz. 

Moderne Variationen eines Schwibbogens

Erzgebirgische Volkskunst ist an verschiedenen Laubsägearbeiten deutlich zu erkennen. Aber wie in vielen Bereichen werden auch im Erzgebirge Schwibbögen statt in Handarbeit nun mit Maschinen gearbeitet. So können Formen umgesetzt werden, die einen Christbaum stilisieren, statt nur im Halbrunden zu leuchten. Grundsätzlich sind sie aber kein Ersatz der Tradition, sondern höchstens eine liebevoll erdachte, moderne Version des weihnachtlichen Leuchtens.

Erzgebirgische Volkskunst und das „Raachermannel“

Im Winter mangelt es den Menschen an mehr als nur Licht und Wärme. Frost und Schnee lassen auch geliebte Düfte nach Wald und Wiese verschwinden. Also erdachte sich die erzgebirgische Volkskunst Figuren, die frische Düfte in die abgestandene Luft der damaligen Wohnräume brachten. Berühmt ist das „Raachermannel“ auch wegen seiner stets gut gelaunten Darstellung eines dicken Mannes mit Pfeife.

Aufbau und Ausstattung von Räuchermännchen

Jedes Räuchermännchen besteht aus drei Teilen. Teil Eins sind die Beine bzw. das Untergestell (zum Beispiel ein geschnitzter Rock) und eine Platte, auf der das „Raachermannel“ stabil steht. Teil Zwei ist der rundliche, hohle Oberkörper. An ihm sind bei den traditionellen Figuren Arme befestigt. Obenauf sitzt ein pausbäckiger oder anders gestalteter, in jedem Fall lächelnder Kopf, je nach Ausführung mit Hut, Mütze oder barhäuptig. Selbstverständlich hält ein Räuchermann seine Pfeife, einen Draht mit hölzernem Pfeifenkopf, stets in der rechten Hand gut fest. Teil Drei ist für das erwünschte Funktionieren unerlässlich. Denn erst mit entzündeten Räucherkerzen fängt das Räuchermännchen mit dem Qualmen an. 

Funktion von Räuchermännchen

Gewiss gehört das Raachermannel für die erzgebirgische Volkskunst zu den humorvollsten Erfindungen. Damit die Figuren wohlriechende Schwaden aus dem Mund lassen, muss zuvor der Körper geöffnet und auf die Fläche des unteren Teils eine Räucherkerze gestellt werden. Diese wird entzündet, brennt aber nicht. Der Luftzug zwischen Hohlraum im Bauch und Mund der Räuchermännchen lässt vielmehr die pyramidenförmige Räucherkerze allmählich verglimmen. Während der kompletten Glimmzeit erfüllt sich der Raum ringsum mit dem Duft nach Lebkuchen oder Tannen, Fichten oder Holzspänen. In Manufakturen wird dieses Zubehör für die erzgebirgische Volkskunst noch heute in Handarbeit gemischt und so zu stets abwechslungsreichen Weihnachtsdüften zusammengestellt.

Die erzgebirgische Volkskunst und andere beliebte Darstellungen für Räuchermännchen

Auch andere Künstler der Holzkunst lassen sich von den traditionellen Räuchermännchen inspirieren. So kennt die erzgebirgische Volkskunst heutiger Geschmäcker inzwischen bauchige Pinguine, Schneemänner, den Weihnachtsmann und seine Wichtel. Berufliche Darstellungen, Kantenhocker für Räucherkerzen oder Häuschen, aus deren Schornstein der duftende Rauch steigt, setzen sich ebenfalls durch.

Nussknacker – wahrscheinlich die älteste erzgebirgische Volkskunst seit dem Mittelalter

Freundlichkeit ist nicht die Aufgabe des Nussknackers aus dem Erzgebirge. Eher ist er ein Abbild einer Autorität, nämlich streng und dienstgetreu. Möglicherweise brachten die schnitzenden Bergleute mindestens mit der Bemalung ihren heimlichen Unmut über Fürsten, Polizei oder Förster zum Ausdruck. Trotz des scheinbar tadelnden Aussehens fertigt die erzgebirgische Volkskunst bis heute die Traditionsfiguren nach beinahe gleichem Vorbild. Moderne darstellerische Abwandlungen ändern an der Beliebtheit der Ursprungsfigur nichts.

Aufbau und Ausstattung von Nussknackern

Erzgebirgische Volkskunst hat den Aufbau eines Nussknackers förmlich perfektioniert. Die schönsten Figuren bestehen aus bis zu 60 Teilen, die teilweise gedrechselt, teilweise geschnitzt sind. Über militärisch geraden Beinen steht ein aufrechter Körper in der Uniform der Obrigkeit oder der Tracht des Steigers aus dem Bergbau. Daran sind die Arme gerade nach unten angebracht. Das Highlight ist der grimmig blickende Kopf. Sein bewegliches Kinn reicht je nach Modell bis zur Brust hinab. Am Hinterkopf befindet sich ein Hebel. Mit dessen Hilfe, wird der Unterkiefer bewegt und der Nussknacker vom Dekorationsobjekt zum Küchenhelfer.

Funktion eines Nussknackers

Ein Nussknacker aus Holz ist dazu bestimmt, die Nussschalen von den meisten kleinen und mittelgroßen Nüssen zu knacken. Das ginge auch einfacher mit simplen Modellen aus Metall. Doch die erzgebirgische Volkskunst legt großen Wert auf die Feststellung, dass auch die Eigenschaft als Wohnaccessoire dem Nussknacker eine Funktion verleiht. Einfach dargestellte Nussknacker in kleineren Formaten werden häufig auch nur als nettes Weihnachtsspielzeug an die Kinder verteilt. Ob funktional oder rein dekorativ: Der Nussknacker ist trotz seines gestrengen Aussehens seit Jahrhunderten eines der beliebtesten erzgebirgischen Kinderspielzeuge aus Holz.

Darstellerische Abwandlungen der Figuren im Laufe der Zeit

Der ehrwürdige Blick, die schicke Uniform und die Ausstrahlung von Autorität behält auch die moderne erzgebirgische Volkskunst bei. Doch jetzt führt nicht Unmut zu solchen Entwicklungen, sondern der sympathische Gedanke an das Väterliche der Figuren. Inzwischen knacken ein Lebkuchenmann, der ersehnte Nikolaus, der Weihnachtsmann mit Geschenken oder sogar bayerische Trachtenhüter die Nussschalen. Angelehnt an die erzgebirgische Volkskunst in ihren Anfängen sind auch Figuren von traditionellen Berufen wie Schornsteinfeger oder Uhrmacher beliebte Darstellungen.

Erzgebirgische Volkskunst und die Schönheit einer Spieldose

Spieldosen lassen seit historischen Zeiten die Herzen von Kindern und Erwachsenen höherschlagen. Kein Wunder: Die filigrane Handarbeit entpuppt sich beim Berühren als ausgeklügelter Mechanismus. Zur Melodie der Spieldose drehen sich die Darstellungen obenauf wie bei einer Weihnachtspyramide. Gleichzeitig erinnern die Szenarien an wohlvertraute Orte oder Begegnungen.

Aufbau und Ausstattung von Spieldosen

Ein Kasten in runder, ovaler, rechteckiger oder mehreckiger Form ist das Gehäuse jeder Spieldose. Darinnen verbirgt sich der Mechanismus für das Spiel des weihnachtlichen Spielzeugs. Den oberen Abschluss der Mechanik bildet eine drehbare Platte. Hier beginnt der Teil, an dem die erzgebirgische Volkskunst ihre ganze Kunst und Kreativität ausleben kann. Darstellungen von weihnachtlich verschneiten Dörfern, aus dem traditionellen Bergbau oder von Waldidyllen sind typisch. Auch Märchenszenen oder Kirmesdarstellungen schmücken die aufwändige Handarbeit.

Funktion von Spieldosen

Der Mechanismus einer Spieluhr bzw. Spieldose ist mechanischen Uhrwerken bzw. dem Prinzip von Leierorgeln nachempfunden. Durch Drehen oder Drücken wird eine Rundumbewegung der Abschlussplatte über Zahnräder ausgelöst. Die Figuren obenauf drehen sich nun zur Melodie, die gleichzeitig erklingt. Sobald der letzte Ton verklingt, bleibt die Szene stehen. Besonders Kinder bekommen beinahe nie genug von der Kombination aus optischen und akustischen Effekten. Aber auch immer mehr Erwachsene lassen sich von Spieldosen verzaubern. Berühmt ist die erzgebirgische Volkskunst für die äußerst straßazierfähigen mechanischen Funktionen der Spielzeuge und Dekorationen. Damit berücksichtigen auch die Entwickler von Spieldosen deren häufige Benutzung mindestens in der Adventszeit und zu Weihnachten.

Erzgebirgische Volkskunst und Erfindergeist bei einer modernen Spieldose

Sehr ähnlich wie eine Spieldose ist eine Spieluhr aufgebaut. Allerdings löst bei ihr der Benutzer den Mechanismus für das Spiel nicht selbst aus. Vielmehr kann der Erbauer bestimmen, ob alle halbe Stunde oder jede Stunde die Figuren tanzen und die Melodie erklingt. Moderne Spieldosen finden immer mehr musikalische Nachahmungen, bei denen ein Klang- und Bewegungsmechanismus nicht mehr eine ganze Platte, sondern einzelne Figuren aktiviert. Das sind Weihnachtsmänner, Rentiere, klingende Weihnachtsbäume und andere Ideen. Eine besonders weihnachtliche Kreation bietet die erzgebirgische Volkskunst mit der klingenden Schneekugel. Diese vereint alle Komponenten von Mechanik, Kunsthandwerk bei den Figuren und bewegtem Spielzeug für strahlende Kinderaugen. 

Manufakturarbeit versus Maschinen

In einer Manufaktur der erzgebirgischen Volkskunst arbeiten heutzutage mehrere spezialisierte Kunsthandwerker an einem gemeinsamen Produkt. Jedes Teil entsteht in Handarbeit durch Drechseln, Schnitzen, Hobeln, Fräsen, Kleben, Schrauben usw. Das Ergebnis sind Unikate von hoher Qualität und unverwechselbarem Aussehen. Manufakturarbeit kann nur eine begrenzte Anzahl von bestimmten Artikeln in einem festgelegten Zeitrahmen produzieren. Der Preis für jedes Stück entspricht dem fairen Lohn für die kunstfertige Arbeit der beteiligten Handwerker. Im Zuge der steigenden Nachfrage nach Volkskunst aus dem Erzgebirge haben daher andere Unternehmensformen einen Teil der Produktion maschinell übernommen. Maschinen können identische Bauteile kostengünstig in sehr kurzer Zeit anfertigen. Das Zusammenfügen zu Nussknacker, Räuchermännchen oder Spieldose erfolgt von Hand, aber im Akkord an Fließbändern. Es entstehen mehrere tausend gleiche Artikel. Doch ihnen fehlt das unverwechselbare Zeichen einer Manufakturarbeit. Die Figürchen sind allzu ebenmäßig, jeder Baum dem anderen gleich. Zugunsten günstiger Preise bevorzugen viele Menschen weltweit die industriell gefertigten Weihnachtsdekorationen. Doch weiterhin behalten die Manufakturen im Erzgebirge der Unikate wegen ihrer Stammkundschaft mit Sinn für liebevolles Kunsthandwerk. 

Erzgebirgische Volkskunst und Superlative in ihrer Heimat

Das Erzgebirge ist stolz auf seine alte Volkskunst. Deshalb gehören Superlative teilweise zum Marketing und teilweise zum Andenken an die Anfänge und die Entwicklung all der kreativen Manufakturarbeiten dieser Region. Manche solcher Großdarstellungen wurden schon von anderen deutschen Städten und Orten übernommen. So begeistert in Osnabrück ein sechs Meter hoher Nussknacker alljährlich die Besucher des dortigen Weihnachtsmarktes. Aber das gewiss größte Herz für die erzgebirgische Volkskunst schlägt im Silbernen Erzgebirge, wo sich Manufakturen und Verkaufsgeschäfte besonders eng aneinanderreihen. bekannt. Weltweit bekannter Spitzenreiter ist dabei der Ort Neuhausen, der wie ein einziges großes Weihnachtsland erscheint.

Nussknacker als Hommage an die erzgebirgische Volkskunst

Der Nussknacker vor dem Eingang des Nussknackermuseums in Neuhausen / Erzgeb. Wacht gerade und treu mit einer Größe von 10,10 Metern über die Gäste und die Umgebung. Trotz der gewaltigen Abmessungen ist er funktionstüchtig und somit der größte funktionstüchtige Nussknacker der Welt. Einer seiner Verwandten dagegen lässt sich nur mit einer Lupe betrachten. Der weltweit kleinste Nussknacker entstand aus einem Zahnstocher. Groß und klein finden sich bei den Nussknackern dieses Museums in guter Gesellschaft: Hier sind auch mit derzeit mehr als 5.000 Nussknackern Beispiele für die erzgebirgische Volkskunst aus mehreren Epochen zu besichtigen.

Einzigartige Spieldose als alljährliches Highlight für Touristen und Einheimische

Die Herstellung einer Spieldose ist eine mechanische und künstlerische Meisterleistung. Dafür ist die erzgebirgische Volkskunst berühmt. Einen gewaltigen Eindruck von den Fertigkeiten der hiesigen Künstler gibt die weltweit größte Spieldose. Auch sie steht auf dem Gelände des Nussknackermuseums. Allerdings handelt es sich genau genommen um eine Spieluhr. Auf einer „Bühne“ von fünf Metern Durchmesser erklingt täglich zur vollen Stunde die Musik des Balletts „Der Nussknacker“. Dazu tanzen große Holzfiguren die Geschichte nach. 

Erzgebirgische Volkskunst und Weihnachten

Ursprünglich waren die verspielten und dekorativen Erfindungen aus dem Erzgebirge eine Arbeit zu den Hauptanlässen Weihnachten und Ostern. Inzwischen hat sich der Zeitgeist verändert. Auch Figuren ohne diese Themen sind weltweit gefragt. Dabei spielt die Herkunft aus Manufakturen für viele Kunden über deutsche Grenzen hinaus eine wichtige Rolle. Durch die heutige Vielfalt an völlig neuen Motiven und Gestaltungen erfreuen sich die Menschen nun zu jeder Zeit am Klang der Spieldosen oder der Funktion des Nussknackers.

Fazit:

Erzgebirgische Volkskunst steht für raffinierte Spielzeuge und Dekorationsartikel aus Holz. Schwibbögen, Weihnachtspyramiden, Spieldosen und andere Artikel mit mechanischen Funktionen bringen Glanz und Freude in die Adventszeit. Moderne Abwandlungen machen die bespielbaren oder eigenständig spielenden Kleinode auch zu anderen Jahreszeiten beliebt.


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